Die Entscheidung ist zwar noch nicht endgültig fix, aber die Absprache zwischen der Verwaltung mit Bürgermeisterin Katrin Engeln (Grüne) an der Spitze und dem Vorstand der Schützengilde wird parteiübergreifend unterstützt. Die Entscheidung über die Bereitstellung der benötigten Mittel trifft am Ende die Stadtvertretung. Der Vorsitzende des Fachausschusses Wolf-Rüdiger Traß (WBS) ist zuversichtlich: „Wir sind auf einem guten Weg. Die große Mehrheit befürwortet das Vorgehen.“
Positiv gestimmt ist auch die Schützengilde. „Mit der vorläufigen Entscheidung können wir gut leben. Nun können wir intensiver in die Planung einsteigen“, sagt der Gilde-Vorsitzende Niko Schramme erleichtert. Gefeiert werden soll 2027 in gewohnter Manier – mit großem Festzelt auf dem Markt und einem bunten Festumzug mit etlichen Musikkapellen quer durch die Stadt. Der Termin ist schon gesetzt: 4. bis 6. Juni 2027.
Insbesondere wegen der Sicherheitsvorkehrungen entlang der Umzugsstrecke hatte die Schützengilde das herkömmliche Schützenfest in diesem Jahr abgesagt und nur im kleinen Rahmen gefeiert. Die Auflage des Ordnungsamtes für den traditionellen Umzug durch die Stadt sah die Sperrung von insgesamt 43 Straßen mit Wasserbehältern, Treckern, Lkw oder anderen Fahrzeugen vor. „Diese Auflagen zu erfüllen, war für uns als Verein nicht zu wuppen – weder personell noch finanziell“, berichtet Schramme. Aus seiner Sicht habe die Absage des Festes Wirkung gezeigt. „Es ist ein Ruck durch die Stadt gegangen. Nun ist allen klar, dass für die Organisation eines solchen Festes Unterstützung vonnöten ist.“ Für das Schützenfest 2027 soll es einen finanziellen Sonderzuschuss seitens der Stadt geben. Mit dem Zuschuss, der vermutlich bei 10.000 bis 15.000 Euro liegen wird, soll die Schützengilde eine Firma bezahlen können, die die Auflagen für Sicherheit abdeckt. Schramme: „Wir haben schon erste Gespräche geführt.“ Ob der Festumzug wieder die gewohnte Route von der Berliner Straße über die Lübecker Straße, Markt, Eutiner Straße, Pariner Straße, Kammannsweg, Lindenstraße, Rantzauallee und Rensefelder Straße zum Markt nehmen wird, ist allerdings unklar. „Das müssen wir sehen, vielleicht müssen wir aus Kostengründen die Wegstrecke etwas verkürzen.“
Die Absage des Schützenfestes hatte im Frühjahr dieses Jahres hohe Wellen geschlagen – bei den Menschen in der Stadt und in den politischen Gremien. Schließlich gilt das Fest seit Jahrzehnten als einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Stadt. Die angekündigte Zuschuss-Entscheidung war dennoch kein Selbstgänger. „Ich habe dabei ein leichtes Störgefühl, denn die Kosten für den Zuschuss lassen sich derzeit nicht konkret beziffern“, sagt Cedric Pietsch (CDU). „Schließlich kennen wir den Umfang der dann gültigen Sicherheitsauflagen noch nicht.“
Der Sonderzuschuss ist zunächst nur für das Schützenfest im kommenden Jahr vorgesehen. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. Einstimmig haben sich die Mitglieder des Ausschusses dafür ausgesprochen, zu prüfen, ob das Schützenfest künftig gemeinsam mit dem Stadt- und Familienfest gefeiert werden kann.