SV Dissau bekommt einen Kunstrasenplatz
Gemeindevertretung stimmt für den Neubau mit Flutlichtanlage – Voraussetzung ist Fördergeld aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“.

Der Vorsitzende des SV Dissau Thomas Labandt freut sich über die Entscheidung der Gemeindevertretung Stockelsdorf, auf dem abgängigen Grandplatz seines Vereins einen Kunstrasenplatz zu bauen.Foto: Sebastian Prey
Stockelsdorf. Die Gemeindevertretung Stockelsdorf hat den Bau eines Kunstrasenplatzes mit neuer Flutlichtanlage in Dissau beschlossen. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung fiel das Votum deutlich aus. Gebaut werden soll jedoch nur, wenn die beantragte Förderung bewilligt wird.

Seit zehn Jahren setzt sich Thomas Labandt, Vorsitzender des SV Dissau, für einen Kunstrasenplatz ein. Entsprechend erleichtert reagierte er auf den Beschluss der Gemeindevertretung. „Ohne Kunstrasen kann der Verein auf Dauer nicht überleben.“

Geplant ist die Umwandlung des bestehenden Grandplatzes der Sportanlage Dissau in einen Kunstrasenplatz. Auch die Flutlichtanlage soll erneuert werden. Die Gesamtkosten werden auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt. Davon sollen Fördermittel in Höhe von 540.000 Euro kommen. Den voraussichtlichen Eigenanteil von 660.000 Euro trägt die Gemeinde Stockelsdorf. Die erforderlichen Mittel sollen nun im Haushalt bereitgestellt werden. Bereits vor elf Jahren waren in Stockelsdorf in der Kerngemeinde zwei Kunstrasenplätze eingeweiht worden, die auf der Sportanlage Rensefelder Weg anstelle eines Grandplatzes entstanden waren – damals für 1,3 Millionen Euro.

Die Gemeinde rechnet fest mit Fördermitteln aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Bei einem positiven Förderbescheid soll die Maßnahme umgehend umgesetzt werden. „Es liegt bereits eine Zusage des Haushaltsausschusses vor. Für die Förderung ist aber auch ein entsprechender politischer Beschluss vonnöten. Der liegt nun vor. Der Kunstrasenplatz wird kommendes Jahr gebaut“, sagt Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD).

Nach den vorliegenden Planungen soll zunächst die Ausschreibung vorbereitet werden. Im Frühjahr soll die Maßnahme beginnen, im Herbst 2027 könnte auf dem neuen Platz gespielt werden. Der bisherige Platz wurde 1982 errichtet und befindet sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Der Platz ist nur eingeschränkt nutzbar und für den Spiel- und Ligabetrieb ungeeignet.

Der SV Dissau hat insgesamt 450 Mitglieder. Einen großen Anteil stellt die Fußballabteilung. Den Naturrasenplatz nutzen die ersten Herren in der A-Klasse, die B- und C-Jugend in Spielgemeinschaft mit dem VfL Bad Schwartau sowie die D-, E-, F- und G-Jugend. Hinzu kommen Alte Herren und Walking-Fußballer. Ob des schlechten Zustands mit Unkraut und spitzen Steinen sei der Grandplatz nicht mehr nutzbar, sagt der Vorsitzende. „Und der gesamte Trainings- und Spielbetrieb ist mit einem Platz nicht zu wuppen. Insbesondere in den Wintermonaten nicht.“

Der ATSV Stockelsdorf ermögliche es zumindest den Herren, zweimal in der Woche am Herrengarten zu trainieren. Auch der VfL Bad Schwartau und Scharbeutz hätten den Verein schon unterstützt, sagt Labandt, der durch und durch für seinen Verein steht. Der 67-Jährige ist seit 1972 Mitglied beim SV Dissau und führt den Verein seit 2009. Zusätzlich ist er Fußballobmann, Tischtennis-Spartenleiter und Spieler sowie Tresenkraft bei Heimspielen der Fußballer.

Die Fußballer kommen laut Labandt aus umliegenden Dorfschaften, aus Stockelsdorf, Ahrensbök und Lübeck. „Die wissen, dass es hier gutes Training gibt und die Atmosphäre stimmt“, berichtet er. Andere Dorfvereine in Cashagen oder Böbs gebe es schon lange nicht mehr.

Mit dem Kunstrasen soll die Sportanlage ganzjährig und unabhängiger von der Witterung nutzbar werden. Die geplante LED-Flutlichtanlage soll die alten Leuchtmittel, für die es ohnehin keinen Ersatz mehr gibt, ersetzen. Durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung werden bis zu 70 Prozent der Energiekosten eingespart.

Labandt bezeichnet den geplanten Bau als „echter Quantensprung“ für den Verein. Weitere Vorhaben sind ein Sprecherturm zwischen den Plätzen und in etwas weiterer Ferne ein neues Vereins- und Dorfgemeinschaftshaus. „Das ist alles Zukunftsmusik. Nun freuen wir uns erst einmal auf den neuen Platz.“ sep
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