Die zweitgrößte Bürgerstiftung Schleswig-Holsteins versteht sich als Dach für sieben regionale Bürgerstiftungen – in Bad Schwartau, Eutin, Neustadt, Stockelsdorf, Ratekau, Oldenburg und seit April auch auf Fehmarn. Vorstandsvorsitzende Brigitte Rahlf-Behrmann bedankt sich bei allen Helfern und freut sich: „Die Zahl unserer Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler steigt weiter.“
Ein Schwerpunkt liegt in der Bildung: Größtes Projekt ist Mentor mit 202 Leselernhelfern, davon 70 allein rund um Eutin. Einmal wöchentlich verbringen sie eine Stunde eins zu eins mit einem Grundschulkind und fördern deren Lese- und Sprachkompetenz. Jennifer Hein, die den Standort Pönitz betreut, beschreibt das Projekt als echte Herzensangelegenheit: Es gebe für sie nichts Schöneres als leuchtende Kinderaugen. Hinzu kommen Kinder-Uni-Angebote, Forschertage für Vorschulkinder sowie die kreisweite Übergabe von Verkehrswesten an Erstklässler.
Wie kommt die Stiftung auf die errechneten 18 Millionen Euro? Der Stundeneinsatz wird mit dem durchschnittlichen Stundenlohn westdeutscher Arbeitnehmer (26,76 Euro) verrechnet – das ergibt einen Arbeitswert von rund 449.000 Euro. Um diesen Betrag jährlich allein aus Zinsen zu erwirtschaften, bräuchte eine Stiftung beim aktuellen Zinsniveau ein Kapital von besagten 18 Millionen Euro. Das echte Vermögen der Stiftung von 7,9 Millionen Euro und die Zuwendungen aus den Zinserträgen sind also nur Teile ihres tatsächlichen Werts für die Region.
Besonders aktiv ist die Bürgerstiftung Eutin mit rund 130 Ehrenamtlichen, davon über 70 Grünpaten im Küchengarten von Schloss Eutin und im Seepark. Weitere Initiativen sind „Eutiner Köpfe“, „Senioren helfen Senioren“ und „Wiederbelebung.macht.Schule“. Um Buchführung und gesetzliche Vorgaben kümmert sich seit Gründung vor 19 Jahren ein Team um Geschäftsführer Jörg Schumacher.