Der Erweiterungsbau entsteht nur wenige hundert Meter vom heutigen Hauptsitz im Brandenbrooker Weg. Errichtet werden zusätzliche Produktions-, Werkstatt- und Büroflächen. Rund 90 neue Büroarbeitsplätze sowie mehr als 2000 Quadratmeter zusätzliche Produktions- und Werkstattkapazitäten sollen die Grundlage für weiteres Wachstum am Standort Stockelsdorf schaffen. Das neue Gebäude soll in etwa einem Jahr fertiggestellt und bezogen werden.
„Der Neubau ist für uns weit mehr als zusätzliche Fläche“, sagte CEO Lennart Schulenburg. Das Unternehmen sei vor 30 Jahren in Lübeck gegründet worden, seit 2010 sei Stockelsdorf das Zuhause. „Mit dieser Investition zeigen wir, dass wir auch künftig fest an diesen Standort in der Region Lübeck glauben und von hier aus erfolgreich wachsen können.“
Die Gemeinde Stockelsdorf sei von Beginn an ein verlässlicher Partner für das Bauvorhaben gewesen, sagte Schulenburg. Auch die Förderung durch das Land Schleswig-Holstein spiele eine wichtige Rolle. Das Projekt wird im Rahmen des schleswig-holsteinischen Landesprogramms Wirtschaft 2021 bis 2027 mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.
Die bewilligte Fördersumme beträgt rund 1,3 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) überreichte den Förderbescheid persönlich und wertete die Investition als „überaus positives Signal für den gesamten Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein“.
Durch den Ausbau würden nicht nur die Produktionskapazitäten erhöht, sondern auch die Entwicklung individueller Röntgenprüfsysteme für neue Kunden vorangebracht, sagte Madsen. Zugleich entstünden Arbeitsplätze. „Das Fördergeld ist hier somit bestens angelegt“, sagte der Minister. Die Entwicklung von Visiconsult ist in den vergangenen Jahren rasant verlaufen. Die Unternehmensgruppe beschäftigt an verschiedenen Standorten und in Tochtergesellschaften in Deutschland, Indien und den USA inzwischen mehr als 300 Mitarbeitende. Gut 200 von ihnen arbeiten in Stockelsdorf. Allein 2025 entstanden dort 70 neue Arbeitsplätze, in diesem Jahr kamen bereits weitere 40 hinzu.
„Aktuell sind 45 Stellen in unterschiedlichsten Bereichen offen. Es gibt wenig, was wir nicht suchen“, sagte Lennart Schulenburg (37). Er schreibt gemeinsam mit seinem Bruder Finn (35) an der Spitze die erfolgreiche Firmengeschichte der Eltern Silke und Hajo Schulenburg fort.
Auch die wirtschaftlichen Zahlen zeigen den Kurs des Unternehmens: Der Umsatz stieg von rund vier Millionen Euro im Jahr 2014 auf mehr als 50 Millionen Euro im Jahr 2024. Für das laufende Jahr erwartet Visiconsult nach eigenen Angaben einen Gesamtumsatz von rund 75 Millionen Euro. Der Neubau soll die nötigen Kapazitäten schaffen, um diese Entwicklung am Standort Stockelsdorf fortzusetzen.
Bei seinem Besuch zeigte sich Minister Madsen besonders von der Technik des Unternehmens beeindruckt. „Es ist wirklich irre, was hier gemacht wird“, sagte er. Madsen kündigte an, mit seinem Rennrad gern noch einmal nach Stockelsdorf kommen zu wollen, um den Carbonrahmen seines Fahrrads auf mögliche kleine Risse untersuchen zu lassen. „Davon haben wir tatsächlich einige Kunden“, sagte Lennart Schulenburg.
Noch stärker beeindruckten den Minister der Mut und der Optimismus der Firmenchefs. „Sie schaffen Arbeitsplätze in einer Zeit, in der andere abbauen“, sagte Madsen. „Wer in Krisenzeiten investiert, der ist in den fetten Jahren ganz vorne dabei.“
Diese Haltung prägte bereits die Gründergeneration. Hajo und Silke Schulenburg errichteten die heutige Zentrale im Brandenbrooker Weg im Jahr 2009 – mitten in der Finanzkrise. Der 65-Jährige hat sich seit knapp zwei Jahren weitgehend aus der Firma zurückgezogen. Von dem Firmenprofil ist er nach wie vor überzeugt. „Ohne diese Technik kommt kein Hightech-Unternehmen mehr aus“, sagt Schulenburg Senior.