Für die neue Bahntrasse plant die Deutsche Bahn Fällungen in Teilen des Kuhholz in Bad Schwartau sowie im Meierkamp in Ratekau. In Bad Schwartau soll ein 3,20 Meter tiefer Betontrog mit drei Gleisen entstehen. Nach Darstellung des BUND würden Arbeiten am Fangedamm auch das Schwartautal beeinträchtigen, das als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet geschützt ist. In den Waldgebieten Kuhholz und Meierkamp leben nach Angaben des BUND elf Fledermausarten. Durch Rodungen könnten sie zudem Jagdgebiete, Flugrouten und Quartiere verlieren.
Das Kuhholz erfüllt nach Angaben des BUND mehrere Funktionen. Der Wald speichert Wasser und CO2, kühlt und befeuchtet die Luft und produziert Sauerstoff. An alten Buchen und Eichen seien rund 1000 Mikrohabitate festgestellt worden. Besonders alte Bäume leisteten einen hohen Beitrag für Klimaschutz und Biodiversität.Zugleich ist das Gebiet ein Erholungsort für Menschen aus der Region. Davon überzeugte sich jüngst auch Lorenz Gösta Beutin (Die Linke). Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Deutschen Bundestag war auf Einladung der Bürgerinitiative Kaltenhof Marienholm in Bad Schwartau zu Gast. Gemeinsam mit seinem Wahlkreis-Team informierte Beutin sich bei einem zweistündigen Spaziergang über die Planungen der Bahn in Bad Schwartau. Themen waren unter anderem die Variantenprüfung, Umwelt-, Natur- und Artenschutz sowie mögliche Alternativtrassen. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach einem Planänderungsverfahren für den gesamten Abschnitt von Lübeck bis Scharbeutz. Nach Auffassung der Beteiligten könnten Bundes- und Landespolitik noch Einfluss auf die Planungen der Bahn nehmen. Auch die Stadt Bad Schwartau lehnt die Trassenplanung der Bahn mitten durch die Stadt ab. Sollte sich keine andere Lösung ergeben, will sie gegebenenfalls gegen die Planungen gerichtlich vorgehen.
Die BUND-Kreisgruppe Ostholstein hat sich ebenfalls juristische Unterstützung geholt. Mit zwei Hamburger Anwälten wurde unlängst eine Stellungnahme zu den Planungsunterlagen erarbeitet und beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht. „Der BUND fordert, die Neubau-Trasse für den Güterverkehr ab Ratekau parallel zur Autobahn zu führen und die Bestandstrasse weiter für den Personenverkehr zu nutzen. Damit würden der Meierkamp und das Kuhholz erhalten bleiben“, heißt es in einer Pressemitteilung.