Günstig wohnen in Stockelsdorf:Richtfest für 42 Wohnungen
Lübecker Bauverein errichtet Genossenschaftswohnungen im Hans-Kohlmorgen-Ring –
Fertigstellung des Quartiers Franzhörn für Ende 2027 geplant.

Andreas Breitner (v.li.), Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, Bauverein-Vorstand Christine Koretzky, Bürgermeisterin Julia Samtleben und Bauverein-Vorstand Stefan Probst beim Richtfest.
Stockelsdorf. Leichter Regen hielt die rund 80 Gäste nicht davon ab, den Baufortschritt im Hans-Kohlmorgen-Ring zu würdigen. Knapp ein Jahr nach dem ersten Spatenstich hat der Lübecker Bauverein im Wohnquartier Franzhörn in Stockelsdorf Richtfest gefeiert. In drei Wohnhäusern entstehen 42 Genossenschaftswohnungen, davon 67 Prozent im öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbau.

Dem Richtfest war eine lange Planungsphase vorausgegangen: Sechseinhalb Jahre dauerte es, bis das Projekt umgesetzt werden konnte. Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und explodierende Baukosten hatten wiederholt zu Verschiebungen und Umplanungen geführt.

Ob dieser genommenen Hürden zeigten sich alle Beteiligten erleichtert. „Es ist nicht nur einfach ein Bauprojekt. Wir bauen Wohnungen für Menschen zum Wohlfühlen und das für die nächsten 50 bis 80 Jahre”, sagte Bauverein-Vorstand Christine Koretzky und lobte sämtliche Akteure für Flexibilität und Durchhaltevermögen.

Beteiligt sind neben dem Lübecker Bauverein das Architekturbüro Heske Hochgürtel Lohse, die Gemeinde Stockelsdorf, die Baufirma Schütt sowie die Investitionsbank Schleswig-Holstein. „Ich bin ganz stolz, dass wir hier nun stehen“, sagte Stockelsdorfs Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD). In Anspielung auf die Gestaltung der drei Baukörper mit Verblendmauerwerk setzte Polier Peter Gagzow beim Richtspruch einen heiteren Akzent: „Zum Rohbau-Happy-End gibt es rosa Fugen im Verblend.”

Der Lübecker Bauverein realisiert einen Wohnungsmix mit zwei bis vier Zimmern und Wohnflächen von etwa 44 bis 96 Quadratmetern. Geplant sind 16 Wohnungen für Einpersonenhaushalte mit 44 bis 59 Quadratmetern, 13 Wohnungen für zwei Personen mit 59 bis 74 Quadratmetern sowie zehn Dreizimmerwohnungen für drei Personen mit 70 bis 92 Quadratmetern.

Hinzu kommen drei Maisonettewohnungen mit jeweils 96 Quadratmetern für vierköpfige Haushalte. Jeweils 14 Wohnungen entstehen im ersten und zweiten Förderweg, weitere 14 Wohnungen werden frei finanziert. Die Kaltmiete beträgt im ersten Förderweg 6,65 Euro pro Quadratmeter, im zweiten Förderweg 8,50 Euro. Im frei finanzierten Bereich liegt sie bei rund 15 Euro pro Quadratmeter. Drei Wohneinheiten im 1. Förderweg werden direkt von der Gemeinde Stockelsdorf angemietet.

Wegen der konjunkturellen Entwicklung verabschiedete sich der Bauverein vom ursprünglich geplanten Goldstandard. Umgesetzt wird nun der Gebäudestandard E – wie „Einfach“. Um die Kosten zu begrenzen, wird unter anderem auf Tiefgarage und Fahrstuhl verzichtet.

Die Wohnungen erhalten aber moderne Einbauküchen, Duschbäder und Bodenbeläge in Plankenoptik. Vorgesehen sind außerdem Balkone oder Terrassen. Für die Mobilität sind 50 Pkw-Stellplätze geplant, darunter zwei mit E-Ladeanschluss. Dazu kommen 75 Fahrradstellplätze. Auf den Dächern sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. Heizung und Warmwasser werden über Fernwärme bereitgestellt.

Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, besuchte das Baufeld binnen eines Jahres zum dritten Mal. „Stockelsdorf geht voran. Hier passiert etwas und das ist ein gutes Beispiel für andere Kommunen und Wohnungsgenossenschaften”, sagte Breitner. „Die Baufortschritte in diesem Quartier sind wirklich rasant.“

Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 12,8 Millionen Euro. Davon kommen 5,2 Millionen Euro von der Investitionsbank Kiel. Weitere 1,4 Millionen Euro stammen aus einem KfW-Zuschuss, 3,5 Millionen Euro aus Fremdmitteln und 2,7 Millionen Euro aus dem Eigenkapital des Lübecker Bauvereins.

Die Fertigstellung des Wohnquartiers Franzhörn ist für Ende 2027 vorgesehen. Erste Interessierte stehen nach Angaben des Bauvereins bereits auf einer Liste. In unmittelbarer Nachbarschaft hat die Bauhütte Lübeck im Juni mit dem Bau von drei Mehrfamilienhäusern mit 33 Wohnungen begonnen. Auch bei diesem Projekt entstehen sozial geförderte Wohneinheiten. Die ersten Mieter dort sollen Anfang 2028 einziehen. und SEP

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