Seit Jahren stehen die beiden Feuerwehrgerätehäuser auf der To-do-Liste der Gemeinde. In Arfrade soll das Gebäude von 1977 durch einen kombinierten Neubau eines Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehauses ersetzt werden. In Eckhorst ist ein Anbau nebst Gemeinschaftshaus an das bestehende Gerätehaus vorgesehen. Für beide Vorhaben liegen Förderbescheide über jeweils 600.000 Euro vor.
Die Förderung ist an feste Termine gebunden. Die Vorhaben müssen bis März beziehungsweise Oktober 2028 fertiggestellt sein. Deshalb soll über das neue Raumprogramm für beide Häuser möglichst schnell entschieden werden. Falls nötig, soll dafür eine Sondersitzung einberufen werden, damit die Fertigstellungstermine eingehalten und die Fördergelder nicht gefährdet werden.
In der jüngsten Sitzung des Ausschusses präsentierte das Architekturbüro BCS GmbH aus Rendsburg die ersten Vorentwurfsplanungen. Inhaltlich gab es keine Beanstandungen. Das Problem: Die bisherigen Budgetvorgaben werden deutlich überschritten.
Für den Neubau in Arfrade werden nun 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Politik hatte zuvor ein Budget von 2,1 Millionen Euro vorgesehen. Für Eckhorst rechnet das Architekturbüro mit 3,1 Millionen Euro statt ursprünglich geplanter 2,6 Millionen Euro. Insgesamt steigen die Kostenschätzungen damit von zunächst 4,7 Millionen Euro auf rund 5,6 Millionen Euro.
Eine Zustimmung zu den vorgelegten Entwürfen gab es im Ausschuss nicht. Nach einer Sitzungsunterbrechung verständigten sich die Mitglieder einstimmig darauf, die Architekten mit einer Überarbeitung zu beauftragen.
„Eine grundsätzliche Erhöhung können wir nicht akzeptieren. Wir haben nicht die Möglichkeit, aus dem Vollen zu schöpfen“, sagte Hartmut Hamerich (CDU). „Wir sind der ganzen Gemeinde verpflichtet und haben auch in anderen Bereichen einen großen Investitionsstau.“
Als einen Grund für die höheren Kosten nannte Architekt Martin Jubelt die vergrößerten Raumprogramme. In Arfrade stieg die vorgesehene Fläche von 442 auf 489 Quadratmeter und in Eckhorst von 646 auf 755 Quadratmeter. Nach Angaben des Architekten dienen die Veränderungen einer besseren Nutzbarkeit der Räume sowie notwendigen Mindestgrößen.
Stefan Middeler, zuständiger Architekt im Bauamt Stockelsdorf, verwies auf Din-Normen. „Es gibt viele rechtliche Vorgaben, die eingehalten werden müssen“, sagte Middeler. Die Ausschussmitglieder forderten dennoch, weitere Einsparmöglichkeiten zu prüfen. Helmut Neu (UWG) sagte: „Wir vertrauen auf die Ingenieure und Fachleute, noch Einsparmöglichkeiten ausfindig zu machen.“ Karl-Ludwig Tretau (SPD) betonte: „Wir verabschieden uns mit dieser Entscheidung nicht von den Planungen.“
Auch Hartmut Hildebrandt (FDP) sagte: „Der gute Wille ist da, aber es gibt noch etliche Punkte mit Einsparmöglichkeiten.“ Christian Ehmcke (CDU) verwies auf einen möglichen Entlastungsposten. „Die Kosten für die Wärmeversorgung durch Luftwärmepumpen und PV-Anlagen werden die Gemeindewerke übernehmen“, kündigte er an.
Die Feuerwehr will sich an der Suche nach Einsparpotenzialen beteiligen. Gemeindewehrführer Lars Schöppich, der zugleich Ortswehrführer in Arfrade ist, verfolgte die Diskussion im Ausschuss. „Alle Beteiligten haben sich zu den Projekten bekannt. Das war uns wichtig“, sagte er.
Schöppich sieht vor allem beim Raumprogramm Möglichkeiten. Das fängt bei der Flurbreite an und hört bei der Notwendigkeit von bestimmten Lager- und zusätzlicher Büroräume auf. Nicht weiterverfolgt werden soll offenbar die Überlegung, am Feuerwehrhaus in Eckhorst ein von außen zugängliches öffentliches WC einzurichten.