„Das Beste für Mensch und Natur rausholen“
Vom Praktikanten zum Chef: Wolf-Hendrik Porath hat im Revier Scharbeutz seinen Traumjob gefunden.

Wolf-Hendrik Porath (re.) hat die Revierleitung Scharbeutz von Karsten Tybussek übernommen.Foto: Landesforsten
Bad Schwartau. Der Neue im Revier ist gar nicht so neu. Wolf-Hendrik Porath kennt weite Teile seines Zuständigkeitsbereichs im Revier Scharbeutz nämlich nicht erst seit seinem Amtsantritt im Juli richtig gut. Insbesondere den Riesebusch und das Hobbersdorfer Holz kennt er seit vielen Jahren durch Jagd und Mithilfe in der Försterei. Den dafür notwendigen Jagdschein hat er mit 16 Jahren gemacht.

Wolf-Hendrik Porath hat Förster Karsten Tybussek bereits zu Schulzeiten als Praktikant unterstützt. „Die Erfahrung damals hat mich so fasziniert, dass ich Förster geworden bin.“ Nun hat der 27-Jährige das Revier von Tybussek übernommen. „Ob es Zufall oder einfach nur gut geplant ist, kann ich gar nicht so genau sagen“, sagt Porath mit einem Lächeln. Fest steht: Der gebürtige Lübecker, der in Arfrade in der Gemeinde Stockelsdorf aufgewachsen ist und dort auch wieder lebt, hat mit der Übernahme des Reviers seinen Traumjob angetreten.

„Ich hatte einen Topvorgänger, der einen gepflegten und klimastabilen Wald in den letzten fast 25 Jahren geprägt hat“, sagt Porath, der jetzt das Sagen hat im rund 1600 Hektar großen Revier. Es umfasst Gebiete in Scharbeutz, Haffkrug, Ratekau, Bad Schwartau, Stockelsdorf und auch in Lübeck-Dänischburg. Grundsätzlich werde er die Arbeit seines Vorgängers fortführen. „Ein besonderes Anliegen sind mir dabei der Waldnaturschutz und der Dialog mit den zahlreichen Erholungssuchenden im Wald“, erklärt Porath. Zudem wird er wie Tybussek regelmäßig Waldführungen anbieten. „Es ist wichtig, mit den Menschen im Gespräch zu sein.“

Mit dabei sein wird dann sicher auch Poraths Dackel „Bautz“. Der junge Rauhaardackel hat unlängst seine Gehorsamsprüfung erfolgreich abgelegt und wird zum Nachsuchenhund ausgebildet. Porath ist ein großer Hundefreund, aber an die Regeln im Wald sollten sich alle Hundebesitzer halten. „Es ist auffällig, dass hier viele Hunde nicht angeleint unterwegs sind. Dafür habe ich wenig Verständnis“, sagt Porath, der unlängst selbst von einem Hund im Wald gestellt wurde. „Es gibt im Revier sechs Auslaufflächen, darunter die mit 16 Hektar größte Auslauffläche Schleswig-Holsteins bei Klingberg.“

Nach dem Abitur am Gymnasium am Mühlenberg begann Porath sein Studium der Forstwissenschaften in Dresden mit erfolgreichem Abschluss im Jahr 2023. Anschließend absolvierte er das zweijährige Traineeprogramm bei den Landesforsten. Zwischen dem Trainee und der Übernahme der Försterei Scharbeutz arbeitete er für einige Monate als sogenannter Flexi-Förster in verschiedenen Revieren.

Wie sein Vorgänger will Porath daran arbeiten, einen gut strukturierten Wald zu schaffen und zu behalten. Verschiedene Altersstrukturen und Baumarten seien wichtig. Insbesondere auch vor dem Hintergrund des Klimawandels mit mehr Trockenheit und Extremwetterereignissen. Entsprechend werde er sich auch für Naturschutzprojekte stark machen und am Wasserhaushalt des Waldes arbeiten.

Dass die Großprojekte 380-kV-Ostküstenleitung und Schienenhinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung die Wälder des Scharbeutzer Reviers stark beeinflussen, ist Porath bewusst. „Diese Großprojekte sind unumgänglich. Ziel muss es sein: mit allen Akteuren und Stakeholdern zusammenarbeiten und das Beste für Natur und Mensch rausholen.“

In Planung ist zudem ein Büro in Bad Schwartau. „Vorgesehen ist der ehemalige ‚Feinwild‘-Waldladen in der Alten Försterei an der Bahnhofstraße“, sagt Portah, der vorerst nur per Mail wolf-hendrik.porath@forst-sh.de oder unter der Mobilnummer 0175/2211824 zu erreichen ist. und SEP

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