Der Rücken merkt sich jeden Arbeitstag
Ob ergonomischer Bürostuhl oder orthopädische Ganganalyse: So beugt man Rückenschmerzen vor

Acht Stunden am Schreibtisch sitzen, danach die Autofahrt nach Hause und anschließend Feierabend auf der Couch: Für unsere Wirbelsäule ist der moderne Alltag ein echter Härtetest. Die Quittung folgt meist prompt. Mindestens 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden laut den gesetzlichen Krankenkassen mindestens einmal pro Jahr unter Rückenschmerzen. Der Großteil dieser Beschwerden ist eine Folge von Fehlhaltungen, Bewegungsmangel und Verspannungen. Wer seinen Arbeitsplatz anpasst und auf das richtige Schuhwerk achtet, kann das Risiko für Rückenschmerzen deutlich senken.Darum braucht die
Bandscheibe Abwechslung

Unsere Bandscheiben funktionieren wie ein Schwamm. Sie besitzen keine eigenen Blutgefäße, sondern leben vom Wechsel zwischen Belastung und Entlastung. Nur durch Bewegung saugen sie frische Nährstoffe auf. Wer den ganzen Tag in derselben Position verharrt, hungert seine Wirbelsäule quasi aus. Ergonomie am Arbeitsplatz ist deshalb eine wichtige Stellschraube für die Rückengesundheit.

Wie positiv sich die richtige Büroausstattung auf die Rückengesundheit auswirken kann, zeigt eine Befragung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV): Beschäftigte im Homeoffice ohne externen Monitor, Tastatur und Maus entwickeln doppelt so häufig Schmerzen im Nacken und Kreuz als Kolleginnen und Kollegen mit einem ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz.

Schreibtisch und Monitor richtig stellen

Ein ergonomischer Neustart beginnt mit einfachen Faustregeln: Bei der Arbeit am Schreibtisch sollten die Unterarme waagerecht aufliegen, während die Füße flach auf dem Boden stehen. Die oberste Bildschirmzeile gehört knapp unterhalb der Augenhöhe platziert, bei einem optimalen Sehabstand von 50 bis 70 Zentimetern. Ein moderner Bürostuhl mit einer dynamischen Rückenlehne sorgt dafür, dass der Körper auch im Sitzen in Bewegung bleibt.

Rückengesundheit von Fuß bis Nacken denken

Der Rücken reagiert jedoch nicht nur auf den Stuhl, sondern auch auf das, was ganz unten passiert. Fehlstellungen der Füße oder abgelaufene Sohlen verändern die gesamte Statik des Körpers – vom Sprunggelenk über das Becken bis zur Halswirbelsäule. Eine professionelle, orthopädische Ganganalyse kann hier Licht ins Dunkel bringen und zeigen, ob maßgefertigte Einlagen oder Spezialschuhe den Rücken entlasten können.

Aktiv sein statt Hinlegen

Tritt der Schmerz doch einmal akut auf, gilt laut der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Kreuzschmerzen: Bloß keine Schonung! Stattdessen sollte man so gut es geht im Alltag aktiv bleiben. Gezieltes Krafttraining, Rückenschulen und Physiotherapie können dabei helfen, die stabilisierende Tiefenmuskulatur des Rückens langfristig zu stärken. cs
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