Die Familie Steffens bietet seit 2011 Eis aus ihrer Produktion an. „Nur mit natürlichen Aromen und ohne Zusätze“, betont Dörte Steffens. Bis 2017 stammte die Milch von eigenen Kühen. Seit deren Abschaffung liefert ein Hof aus Gleschendorf die wichtigste Grundzutat für über 100 Sorten von Lakritz-Eis über Limette-Basilikum-Sorbet bis zu Karamell-Bananen-Eis mit Nougatstückchen. Nicht zu vergessen die Klassiker Schoko, Vanille und Erdbeere. „Die gehen immer noch sehr gut“, berichtet Dörte Steffens.
Sie erklärt, dass ihr Eis nur 20 Prozent Lufteinschlag habe und dass es bei industriell hergestelltem Eis 60 bis 80 Prozent seien. Die Teilnehmer an der Eisverkostung probieren sich derweil durch die Kügelchen. „Lecker“, lautet das häufigste Urteil, wenngleich einige Sorten nicht auf Anhieb identifiziert werden. Curry ist allerdings eindeutig und „besser als gedacht“, sagt eine Eis-Freundin. Diese Sorte sei eher etwas für die Gastronomie, erläutert Dörte Steffens. „Das wird zum Beispiel in die Kürbissuppe gegeben.“
Ungewöhnliches Eis bietet auch Bärbel Lorenzen vom Ziegenhof im Wiesengrund in Malkwitz: Schoko, Vanille, Stracciatella und saisonale Sorten wie Heidelbeere oder Walnuss aus Ziegenmilch. „Das Grundrezept habe ich von einem italienischen Eis-Experten“, sagt sie. „Wir verwenden nur Bio-Zutaten, keine Aromen, keine Farb- oder Konservierungsstoffe.“
„Zehn Prozent Lufteinschlag, nur etwa drei Prozent Fett“, nennt Bärbel Lorenzen die Eigenschaften ihrer Eis-Spezialität. „Und wer eine Kuhmilch-Laktoseintoleranz hat, kommt mit diesem Eis natürlich gut zurecht.“ Vor fünf Jahren habe sie mit der Produktion von Ziegenmilch-Eis begonnen. Mittlerweile verkaufe sie das Eis nicht nur im Hofladen, sondern im Sommer auch auf dem Eutiner Wochenmarkt. Dort gibt es zudem von April bis Oktober den selbst produzierten Ziegenkäse.
Auf dem Hof Steffens erklärt Mike Steffens bei einer kleinen Führung die Technik der Eismaschine und berichtet von den ungewöhnlichsten Eissorten, von denen er je gehört habe: „Teer-Eis aus Finnland und Aal-Eis aus Japan.“ Anschließend sind in der zweiten Runde zehn weitere Kügelchen zu verkosten. Dieses Mal dabei: Mokka-Eis, Rhabarber-Sorbet mit Vanille-Sauce und Mohn-Marzipan-Eis. Sowie Senf- und Rotbier-Eis. „Das schmeckt zusammen nach Schützenfest“, findet Patrick, ein Camper aus Nordrhein-Westfalen, der zufällig zu der Verkostung gefunden hat. „Verrückte Geschichte“, sagt er, „aber spannend.“
Eigenes Eis produzieren auch Doris und Jasmin Ideler, Mutter und Tochter, für ihr Eiscafé Eismeer in Sierksdorf, direkt an der Ostsee. Und das seit zwei Jahrzehnten. Deshalb haben sie den 20. Geburtstag vor einigen Wochen groß gefeiert, mit zahlreichen Gästen und Musik und Tanz auf der Promenade. „Das war toll“, sagt Doris Ideler.
Im Eismeer-Programm haben sie 24 Sorten, klassisch mit der Eismaschine hergestellt, aber nach einem Geheim-Rezept, erklärt die Chefin. Das will sie selbstverständlich nicht verraten. Es gibt unter anderem Erdnuss- und Sesam-Eis, Knusper- und Crème-Brûlée-Eis sowie die beiden Renner Kirsch-Joghurt- und Grieß-Sahne-Eis. Geöffnet ist auch im Winter, dann allerdings nur sonnabends und sonntags.
Die dritte Runde der Eisverkostung bei Familie Steffens offenbart den Geschmack der Sorten Blutorange-Aperol, weiße Schokolade, Schokolade mit Lebkuchen und Karamell-Salz. Sowie als eine Art Härtefall Knoblauch-Eis und Gurken-Sorbet, „schmeckt zusammen wie Tsatsiki“, empfiehlt Dörte Steffens. „Interessant“, lautet das Urteil – ins Schwärmen geraten die Gäste aber bei anderen Sorten und greifen nach der Verkostung im Hofladen ordentlich zu.
Die besonderen Sorten sind dort aber eher nicht zu finden, sagt Dörte Steffens. „Die produzieren wir nur auf Anfrage, meist für Restaurants.“ Zwiebel-Eis mit rotem Portwein sei einmal dabeigewesen, erinnert sich die Hof-Chefin. Einer Spezial-Variante hat sie sich bislang jedoch verweigert: „Fisch-Eis kann ich mir nicht vorstellen.“
Die Teilnahme an einer Eisverkostung kostet 19 Euro pro Person. Informationen zu den Terminen und weitere Informationen über den Hof Steffens sind auf der Internetseite www.bauernhofeis-steffens.de zu finden. Wer mehr über den Ziegenhof in Malkwitz wissen will, schaut unter www.ziegenhof-im-wiesengrund.de nach. Das Eiscafé Eismeer stellt sich auf seiner Facebook-Seite vor.