Neubau des Leibniz-Gymnasiums eingeweiht
Baufällige Pavillons mussten weichen – Flexible Klassenräume,Unisex-Toiletten und Klimatechnik.

Eine graue Fassade mit blauen Akzenten zeichnet das neue Gebäude aus.Fotos: Sven Wehde
Bad Schwartau. „Wir eröffnen ein neues Schulgebäude. Und auch wenn es keine ganze Schule ist, sondern ein Teilgebäude, so zeigt es doch, dass uns Bildung wichtig ist und wir in sie investieren“, sagt Bad Schwartaus Bürgermeisterin Katrin Engeln (Grüne). Dann zerschneidet sie das rote Band vor dem Neubau auf dem Schulgelände des Leibniz-Gymnasiums.

Der Neubau ersetzt zwei alte Pavillons, die vor rund 50 Jahren nur als Provisorium errichtet worden waren, aber geblieben sind. In den vergangenen Jahren wurde der Zustand schlechter, es gab unter anderem Risse in den Wänden. „Jetzt haben wir neue Räume, die modernes Lernen und Zusammenleben ermöglichen. Es sind Klassen- und Unterrichtsräume, die flexibel genutzt werden können und die über eine moderne, digitale Infrastruktur verfügen“, sagt Schulleiter Johannes Matlok.

Insgesamt sind in dem Neubau fünf Klassenräume, eine Teeküche, Abstellräume und ein barrierefreies WC untergebracht. Den Besuchern der Einweihungsfeier fallen vor allem zwei Besonderheiten gleich ins Auge. Zwischen zwei Klassenräumen im Obergeschoss ist eine mobile Trennwand, sodass bei Bedarf ein über 110 Quadratmeter großer Raum hergestellt werden kann. „Es gibt viele Ideen. Die Schule kann den großen Raum zum Beispiel für Abiprüfungen nutzen oder in Zeiten wie bei Corona, um mehr Abstand herzustellen“, erklärt Engeln. Auch andere Nutzer wie die Kreismusikschule oder der Schachverein sollen von dem großen Raum profitieren.

Die zweite Besonderheit sind die Unisex-Toiletten für Männer und Frauen. „Da war auch eine Herausforderung, weil die Trennwände zwischen den Toiletten ja vom Boden bis zur Decke reichen mussten“, erklärt Engeln.

Stolz sind Stadt und Schule auch auf die Nachhaltigkeit. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt regenerativen Strom, die Beleuchtung der Klassenräume wird automatisch über Tageslicht- und Präsenzsensoren gesteuert, sodass Energie gespart wird, und die Wärmeversorgung erfolgt über eine Wärmepumpe auf dem Dach. Damit ist der Neubau autark und hinsichtlich Wasser, Strom und Wärme unabhängig vom Hauptgebäude. Gekostet hat das die Stadt 3,5 Millionen Euro, womit man im vorgesehenen Kostenrahmen geblieben ist. „Wir haben ein Gebäude, das einfach perfekt ist“, bilanziert Engeln.

Mit dem Neubau sind die großen Bauprojekte am Leibniz-Gymnasium erst einmal abgeschlossen. „Wenn man ein Gebäude hat, ist man nie am Ende, aber es steht aktuell keine neue Großbaustelle an“, sagt Engeln.

Besonders gefreut hat sich die Bürgermeisterin nicht nur über die vielen Eröffnungsgäste, sondern auch darüber, dass die Einweihung auch den Schülerinnen und Schülern viel bedeutet: Vor den Feierlichkeiten traf sie einige Jungen und Mädchen vor dem Neubau – keine offiziellen Schülervertreter. Engeln: „Sie haben mir gesagt, dass sie bei der Einweihung helfen wollen. Ich habe gefragt, ob das ein Strafdienst sei.“ Doch die Schüler hätten nur den Kopf geschüttelt und geäußert: „Nein, es ist einfach ein besonderes Ereignis, bei dem wir dabei sein wollen.“ swe
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