Frank Spreckels ist ZVO-Verbandsvorsteher. Er sagt: „Die Zahl der Biotonnen ist bei uns viel niedriger als in anderen Regionen. In Kreisen wie dem Herzogtum Lauenburg werden rund 90 Prozent der Haushalte abgedeckt.“ In Ostholstein erreiche man aktuell knapp mehr als die Hälfte – etwa 37.800 Haushalte. Zudem würden knapp 21.000 Haushalte auf Eigenkompostierung setzen. Alle anderen kämen nun für die Bereitstellung einer Biotonne infrage.
Wilhelm Winkelmann, Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft, ergänzt zur geringen Abdeckung mit Biotonnen: „Das hat Folgen: 40 bis 50 Prozent der Masse in den Restmülltonnen sind Bioabfall. Da sind wir nicht gut.“ Hinzu kommt, dass der Biomüll bislang im Müllheizkraftwerk mitverbrannt wird.
So viel kostet
die Biotonne
In Zukunft soll der Großteil der Bioabfälle also in der richtigen Tonne landen. Den 80-Liter-Behälter gibt es für 2,50 Euro im Monat. „Wir stellen die Tonnen einfach mal hin und glauben, dass viele Menschen sie nutzen werden“, sagt Frank Spreckels.
Parallel dazu hat der ZVO bekannt gegeben, dass er in Zukunft dauerhaft mit den Entsorgungsbetrieben Lübeck sowie den Kreisen Stormarn und Lauenburg kooperieren wird. Ab dem 1. Januar 2027 wird der Biomüll fortlaufend – sprich ohne alle paar Jahre wiederkehrende Ausschreibung – zur mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage nach Lübeck gebracht.
Das wird aus
dem Biomüll
Dort werden die Reste aus dem Garten sowie der Küche in Biogas umgewandelt. Zudem wird aus den Gärresten Kompost für die Landwirtschaft erzeugt.
Frank Spreckels betont die Vorteile der Vereinbarung: Ohne die feste Kooperation könne es passieren, dass man nur sehr teure Angebote für die Verwertung des Biomülls erhalte oder aber der Müll 200 bis 300 Kilometer durch die Gegend gefahren werden müsse. Dies sei weder nachhaltig noch im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
Spreckels erklärt auch, warum Kundinnen und Kunden keine größeren Gefäße als die genannten 80 Liter fassenden bekommen könnten: Sie seien schlichtweg zu schwer, um von den Müllwerkern bewegt zu werden, ohne dass diese gesundheitliche Schäden davontrügen.