Sporthallen werden für fünf Millionen Euro saniert
Gebäudekomplex am Techauer Weg bekommt unter anderem neue Böden, neue Umkleiden und wird energetisch ertüchtigt – Fertigstellung ist für Frühjahr 2027 geplant.

Der gesamte Boden der kleinen Halle muss raus, jede der schweren Platten wird einzeln abtransportiert. Jan Nellies (l.) und Rüdiger Jürs vom TSV Pansdorf begutachten den Stand der Arbeiten.Foto: Sabine Jung
Pansdorf. Staubiger Betonboden, rohe Steine, ein gewaltiges Baugerüst in der Mitte: So sieht die Zweifeldhalle des TSV Pansdorf derzeit aus. Die Sanierung der Sportanlage hat begonnen. Sie wird umfangreicher und teurer als geplant. „2020 haben wir mit dem Projekt begonnen“, berichtet der Ratekauer Bürgermeister Thomas Keller (parteilos). Denn bereits damals war klar, dass der Gebäudekomplex am Techauer Weg seine besten Jahre hinter sich hat. Die kleinere Halle (9 mal 18,5 Meter) ist von 1957, die große (18 mal 36 Meter) von 1977, weitere Anbauten kamen 1993 und 2000 hinzu. „Die Kalkulation für einen Neubau lag 2020 bei sieben Millionen Euro“, sagt Thomas Keller. „Das war zu viel, deshalb haben wir die Sanierung geplant.“

Eine Machbarkeitsstudie ergab Sanierungskosten von 3,5 Millionen Euro. „Dafür haben wir Fördermittel beantragt“, so Keller – und ein zäher Prozess folgte, mit Vorauswahl, vorläufigem Zuwendungsbescheid, Projektskizze und europaweiter Ausschreibung, Erstellung von Unterlagen samt Kostenberechnung und Erläuterungsbericht. „Fünf Jahre hat es bis zum endgültigen Förderbescheid gedauert“, berichtet Thomas Keller.

Vom Bund gibt es 1,3 Millionen Euro, knapp 500.000 Euro kommen aus dem Sportförderprogramm des Landes. Viel Geld – doch mittlerweile sind für die gesamte Auffrischung fünf Millionen Euro veranschlagt. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Bürokratie die Kosten nach oben treibt“, sagt Thomas Keller verärgert.

Mit dem Geld werden die Hallen, die Umkleiden und die Sanitärbereiche entkernt und barrierefrei umgebaut. „Die Decke bleibt erhalten, aber wir setzen sechs Oberlichter ein, um die Beleuchtung zu verbessern“, erklärt Stefan Mäder vom Bauamt der Gemeinde. Die Anlage erhalte neue Sportschwingböden, neue Prallwände und neue Tore für die Lagerräume. „Auf der Zuschauertribüne richten wir eine Stellfläche für Rollstuhlfahrer ein, und von außen wird ein Fahrstuhl angebaut.“ Weitere Maßnahmen betreffen die energetische Ertüchtigung: neue Dämmung, neue Dächer, Fassadensanierung, neue Wärmepumpe und eine Photovoltaik-Anlage. Eine neue Lüftungsanlage wird ebenso eingebaut wie eine Brandmeldeanlage.

Die Verantwortlichen, darunter die Architekten Andreas Rossmann und Chantal Drescher von der Freien Planungs GmbH Schwerin, rechnen damit, dass bis zum Frühjahr 2027 alles fertig ist. Bis dahin müssen sich die 1040 aktiven Mitglieder des TSV Pansdorf mit Übergangslösungen arrangieren. „Es gibt ein Containerdorf für die Fußballer und den Schulsport“, sagt der Vorsitzende Jan Nellies. Und Schatzmeister Rüdiger Jürs ergänzt: „Für die Hallensportler haben wir Ausweichquartiere gefunden.“

Eine Belohnung für die Bauphase hat die Gemeinde für den TSV Pansdorf in petto: Die Anlage am Techauer Weg erhalte einen Kunstrasenplatz, so der Bürgermeister, „Die Arbeiten dafür beginnen Anfang Juli und werden vier bis fünf Wochen dauern“, sagt er. In diese Maßnahme investiere die Gemeinde weitere 420.000 Euro. Thomas Keller ist zufrieden: „Wenn das hier abgeschlossen ist, sind alle Sporthallen in der Gemeinde Ratekau saniert.“ und SAJ
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