Beim symbolischen Spatenstich erklärte Mathias Wascher aus dem Vorstand der Bauhütte: „Um kostengünstig bauen und vermieten zu können, haben wir uns intensiv mit dem Gebäudetyp E auseinandergesetzt.“ Das „E“ stehe für vereinfachtes, kostenbewusstes Bauen. Das bedeutet: „Wir haben auf die Erstellung eines Kellers verzichtet, bieten dafür aber Abstellräume in den Wohnungen und separate Fahrradhäuser zur Unterbringung von Fahrrädern, E-Bikes und auch von Lastenrädern an.“ Zusätzlich beteiligt sich die Bauhütte an den Kosten einer Carsharing-Station, die ebenfalls auf dem Gelände entstehen soll.
Der Verzicht auf den Keller hat messbare Wirkung gezeigt, erklärte Bauhütten-Vorstandsmitglied Philipe Roden: „Die Investitionskosten konnten von ursprünglich elf Millionen auf 9,5 Millionen Euro gesenkt werden.“ Das Projekt wird über Förderdarlehen der Investitionsbank Schleswig-Holstein (2,3 Millionen Euro), KfW-Mittel (2,3 Mio. Euro), Fremdkapital der Sparkasse Lübeck (2,7 Mio. Euro) sowie Eigenkapital der Bauhütte in Höhe von 1,2 Millionen Euro finanziert.
Kaltmiete zwischen
6,65 und 15 Euro pro
Quadratmeter
In den drei Wohnhäusern entstehen Zwei- bis Vierzimmerwohnungen zwischen 50 und 85 Quadratmetern. Zehn Einheiten sind Sozialwohnungen mit einem Preis von 6,65 Euro pro Quadratmeter. Die übrigen Wohnungen gehen für rund 15 Euro pro Quadratmeter frei finanziert in die Vermietung. Für die Wohnungen stehen 45 Auto- und 66 Fahrradstellplätze zur Verfügung. Auf den Dächern entstehen Photovoltaikanlagen, geheizt wird über das Nahwärmenetz der Gemeinde Stockelsdorf. Einen Teil der geförderten Wohnungen mietet die Gemeinde Stockelsdorf direkt an.
Für Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), ist Franzhörn ein „Leuchtturmprojekt“ unter den Mitgliedsunternehmen. Während frei finanzierte Neubauwohnungen in Hamburg oft bei 20 Euro Kaltmiete lägen, lande die Bauhütte hier in Stockelsdorf bei 15 Euro. Dies sei ein Beweis, dass bezahlbares Bauen trotz schwieriger Rahmenbedingungen möglich sei.Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) betonte, dass alle nötigen Beschlüsse zum Wohnprojekt seit ersten Gesprächen im Jahr 2020 bis zum Grundstücksverkauf 2024 einstimmig in der Gemeindevertretung gefasst wurden: „Das ist nicht selbstverständlich.“
Verband: Förderung
ist Elementar für
Wohnungsbau
Ursprünglich war geplant, dass die Bauhütte 2025 mit dem Bauen beginnt. Doch bei der Vergabe der Fördermittel ging die Wohnungsbaugesellschaft leer aus. In diesem Jahr hat’s dann geklappt. „Ohne Förderung geht aufgrund der schwächelnden Baukonjunkturen im Moment so gut wie gar nichts mehr“, erklärte VNW-Direktor Breitner beim Spatenstich.
Samtleben bedankte sich bei der Investitionsbank, deren Förderung den Baubeginn in diesem Jahr möglich gemacht hatte. Mahnende Worte kamen von Philippe Roden in Richtung Bundespolitik: Das KfW-55-Darlehensprogramm laufe im Juni aus. „Ohne dieses Förderprogramm können wir uns zukünftige Bauten kaum noch vorstellen“, warnte Roden.
Auf dem Grundstück sind die Umrisse der drei neuen Wohnhäuser bereits zu erkennen. Ende 2027 sollen die Wohnungen fertig sein, Mieter können ab Anfang 2028 einziehen.