Künstler Rochus Langer zeigte sich bewegt von der Atmosphäre: „Ich bin zu Gast in meiner eigenen Ausstellung, und meine Bilder fühlen sich hier sauwohl.“ Besonders beeindruckt habe ihn die Stimmung unter den Gästen. „Man merkt den großen Zusammenhalt in der Stadt.“
134 Mitglieder setzen
sich für ein Museum ein
Der Vorsitzende des Fördervereins Dietrich Klindwort nutzte die Veranstaltung, um auf die Entwicklung des Vereins zurückzublicken und allen Unterstützern zu danken. Der Förderverein zählt 134 Mitglieder, darunter auch junge und engagierte Aktive wie Ricky Rix und Felix Zeep. Ein besonderer Dank galt außerdem dem zweiten Vorsitzenden Wolfgang Scharf, der dem Verein mit zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten Anerkennung weit über Bad Schwartau hinaus verschafft habe.
Entstanden war der Förderverein in einer Zeit großer Unsicherheit. Bereits zwei Jahre vor der Schließung des Museums in der Schillerstraße 2018 stand die Frage im Raum, wie die Geschichte der Stadt künftig bewahrt werden kann. „Die Menschen wollten nicht einfach zulassen, dass die Geschichte der Stadt und das Museum ersatzlos verschwinden“, erinnerte Klindwort. Daraus seien zahlreiche Projekte hervorgegangen: Exkursionen, Vorträge, historische und künstlerische Kalender sowie der Ankauf von Kunstwerken.
Künstler Rochus
Langer hat 13
Stadtansichten gemalt
Eine besondere Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit Rochus Langer. Im Auftrag von Dietrich Klindwort fertigte der Künstler bislang 13 Ansichten bedeutender Gebäude in Bad Schwartau an – in Öl sowie mit Pinsel- und Spachteltechnik. Begonnen hatte alles mit einem Gemälde des Amtsgerichts. Es folgten unter anderem das Jäde-Stift und die Georgskapelle. „Ich habe mich am Anfang gefragt, was macht der Klindwort bloß mit den Bildern“, erzählte Langer schmunzelnd. Später habe er erfahren, dass die Werke Teil des Museumsbestands werden sollten.
Zu den Motiven gehören auch Gebäude, die heute nicht mehr existieren – etwa das frühere Pfefferkuchenhaus am Markt oder das prachtvolle Kurhaus an der Anton-Baumann-Straße. Gemeinsam mit der Kinder- und Jugendorganisation „Alte 12“ entstanden außerdem die Kinder-Uni und die Forschungsgruppe Archäologie.
Museum wurde
2018 geschlossen
Nach der Schließung des Museums 2018 habe das Konzept Museum in Bad Schwartau vor großen Herausforderungen gestanden, sagte Klindwort. Seitdem arbeitet der Verein eng mit Stadt und Archiv zusammen, um die Stadt- und Kulturgeschichte lebendig zu halten.
Unterstützung erhält der Verein dabei auch von Kultur- und Museumsmanagerin Judith Ohrtmann. „Der Förderverein ist ein wichtiges Netzwerk von Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und kulturelle Erinnerungen lebendig machen. Es ist ein großes Glück, so engagierte Partner an der Seite zu haben“, sagte Ohrtmann. Auch Bürgermeisterin Katrin Engeln dankte den Mitgliedern: „Gut, dass ihr nicht locker lasst und euch für ein Museum einsetzt.“
Wann Bad Schwartau tatsächlich wieder ein eigenes Museum haben wird, könne derzeit niemand sagen. „Die Politik tut sich in einigen Dingen sehr schwer“, sagte Klindwort. Eine klare Vorstellung gibt es dennoch: Der Förderverein sieht die Zukunft des Museums mit der Stadtbücherei unter dem Dach des Amtsgerichtsgebäudes. „Das wäre ein tolles kulturelles Zentrum mit Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen, Lesungen und auch Aufführungen für unsere Stadt“, sagte Dietrich Klindwort.Die Ausstellung ist bis zum 22. Juni während der Rathaus-Öffnungszeiten geöffnet – Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und am Montagnachmittag von 15 bis 17.45 Uhr.