Mehr Frauen bei der Feuerwehr in Schleswig-Holstein
Insgesamt ist die Zahl der Einsatzkräfte im Norden allerdings rückläufig – Geringste Personalstärke seit 2025.

Immer mehr Frauen in Schleswig-Holstein wählen den Beruf der Feuerwehrfrau.Foto: picture alliance/Frank May
Schleswig-Holstein. Die Feuerwehren im Land verzeichnen weniger Personal, dafür aber mehr Frauen. Das zeigt der Jahresbericht des Landesfeuerwehrverbands Schleswig-Holstein. Mit insgesamt 62.255 Feuerwehrleuten hatten sie 2025 die geringste Personalstärke seit fünf Jahren. Daraus resultiert die brennende Frage: Wer löscht künftig unsere Feuer?

„Die Frauen werden mehr und federn den leichten Rückgang in der Feuerwehr ab. Das ist schön“, sagt Mareike Dahms, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfeuerwehrverband. 2025 nahm in allen erwachsenen Sparten der Anteil der Frauen zu. Bei der Freiwilligen Feuerwehr sind mit 6208 Frauen in Schleswig-Holstein nun knapp 200 Frauen mehr tätig als im Vorjahr. Bei der Berufsfeuerwehr steigt der Anteil fast auf das Doppelte, auf immerhin 143 Frauen in SH.

Frauenanteil steigt,

Männer dominieren

Dahms erklärt sich diese Entwicklung etwa durch die Förderung in den Jugendfeuerwehren sowie durch die gezielte Ansprache und Werbung für Frauen. „Wenn eine drin ist, folgen andere“, sagt sie und führt es auf das veränderte Gesellschaftsbild zurück. „Was man gesamtgesellschaftlich sieht, sehen wir auch bei uns.“

Doch für eine Gleichstellung ist noch viel zu tun. Auch wenn sich die Zahl verdoppelt hat, machen die Frauen in SH nur rund ein Zehntel aller Angestellten bei der Berufsfeuerwehr aus; bei der Werkfeuerwehr nur ein Fünftel. In der Jugendfeuerwehr ist der Frauenanteil mit 30 Prozent am höchsten. Noch mehr Mädchen gibt es nur bei den Kinderfeuerwehren in SH. So könnte die 27-jährige Tabea Krupa als erste Frau im Führungsdienst der Berufsfeuerwehr Neumünster bisher weiterhin eine Seltenheit darstellen – dennoch ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Die positive Entwicklung im Frauenanteil ist nur ein kleiner Puffer. Die Zahl der Aktiven in der Freiwilligen sowie der Jugendfeuerwehr geht leicht zurück, nur in der Berufsfeuerwehr in SH steigt sie um 155 Angestellte auf 1397. Doch diese macht nur 2,3 Prozent des Personals aus.

Dabei habe die Feuerwehr keine Nachwuchssorgen, genügend Interessierte gebe es stets, so Dahms. Liegt es also daran, dass viele Jugendliche der Feuerwehr wieder den Rücken kehren? Die meisten Mitglieder in den Kinder- und Jugendabteilungen sind laut Landesverband zwischen elf und 14 Jahren alt. Mehr als zehn Prozent der Jugendlichen geben laut Landesverband später an, das Interesse an der Feuerwehr verloren zu haben.

Oft steige auch die Belastung durch die Schule oder eine Berufsausbildung. Nur rund 780 Jugendliche gingen 2025 in die Einsatzabteilung der Erwachsenen über.

Doch die Feuerwehr will dem Rückgang entgegenwirken. „Wir freuen uns auf einige positive Entwicklungen“, sagt Landesgeschäftsführer Volker Arp. So wird auch in diesem Jahr wieder eine FSJ-Stelle besetzt. Weitere Stellen seien geplant. vbl
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