Wirtschaftlich ist das Bad ein Zuschussbetrieb. Rund 200.000 Euro Defizit entstehen jährlich. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Wasserzeiten weiterhin hoch. „Die Hallenzeiten sind begehrt. Die Nachfrage nach Schwimmkursen ist weiter enorm“, berichtet Alexander Schmidt, Leiter der Städtischen Betriebe. Tatsächlich ist die Halle praktisch die gesamte Woche von morgens um 6 Uhr bis abends um 22 Uhr ausgelastet.
Schwimmhalle wurde
1969 eröffnet
Mit Blick auf das Alter der Halle wächst jedoch die Sorge um die Zukunft des Standortes. Die Schwimmhalle ist inzwischen mehr als 55 Jahre alt. Laut einer Entwicklungsuntersuchung befindet sich das Gebäude zwar insgesamt noch in einem guten Zustand. Die Halle könne voraussichtlich noch zehn bis 15 Jahre auf dem aktuellen Niveau betrieben werden. Allerdings hätten einige Bauteile ihre kalkulierte Lebensdauer bereits überschritten oder würden diese bald erreichen.
Akuten Handlungsbedarf sehen die Städtischen Betriebe derzeit nicht. Dennoch bleibt ein Restrisiko. „Wir versuchen, die Halle auf Stand zu halten, es gibt aber keine Garantie, dass die veraltete Technik nicht doch ausfallen kann“, sagt Schmidt.
Havarieunfall
wirkt nach
Vor diesem Hintergrund fordern mehrere Politiker, sich frühzeitig mit einer möglichen Nachfolgelösung zu beschäftigen. Folkert Jeske von den Grünen erinnert dabei an die Erfahrungen mit der Holstein-Therme, die nach einem schweren Havarieunfall 2021 plötzlich schließen musste. „Das sollte uns nicht passieren. Wir sollten für einen solchen Fall vorbereitet sein. Es wäre also gut, entsprechende Planungen vorzubereiten und Pläne in der Schublade liegen zu haben“, so Jeske.
Auch Heidemarie Plücker von der SPD und Tanja Schlicht von der WiBS sprechen sich für frühzeitige Überlegungen aus. Schlicht verweist dabei auf langwierige Entscheidungen bei anderen städtischen Projekten: „Wir können es uns nicht leisten, wenn die Halle kurzfristig geschlossen werden muss, wie bei der Grundschule Cleverbrück mehr als zehn Jahre auf eine Entscheidung zu warten.“
CDU und WBS sehen noch
keinen Handlungsbedarf
Hinzu kommt, dass der Bund inzwischen spezielle Förderprogramme für den Ausbau und die Sanierung von Bädern bereitstellt. Kritiker eines sofortigen Planungsbeginns sehen darin dennoch keinen Grund für voreilige Entscheidungen. Carsten Dyck von der CDU erklärt: „Es ist wenig sinnvoll, Planungen zu erstellen für eine Halle, die möglicherweise erst in zehn bis 15 Jahren benötigt wird. Bis dahin werden sich ja auch die Bedürfnisse verändern.“
Ähnlich äußerte sich Wolf-Konkrete Beschlüsse zur Zukunft der Schwimmhalle wurden in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses deshalb nicht gefasst. Klar ist allerdings schon jetzt: Spätestens mit der nächsten größeren Reparatur dürfte die Debatte erneut Fahrt aufnehmen. Denn in einem Punkt herrscht unter allen Fraktionen Einigkeit: Bad Schwartau braucht auch künftig eine eigene Schwimmhalle – unabhängig davon, ob die Besucherzahlen weiter sinken, denn das Bad ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Schwimmzeiten
sind begrenzt
Für die Öffentlichkeit sind die Zeiten, in der sie die Halle nutzen kann, allerdings eher begrenzt. Werktags ist das Bad lediglich morgens von 6 bis 9 Uhr geöffnet, zusätzlich donnerstags von 15 bis 20 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 15 Uhr. Vormittags nutzen vor allem Schulen aus Bad Schwartau und Stockelsdorf die Becken, am Nachmittag und Abend dominieren Schwimmkurse sowie Vereinstraining.