Investor plant Batteriespeicher: Widerstand in den Dörfern
Anlage soll im Solarpark in Schwochel entstehen – Gegner formieren sich –
Anwohner fürchten Lärm und Auswirkungen auf die Tierwelt.

An einem fast fertigen Solarpark werden zwei Batteriespeicher angeliefert. Wie die für Schwochel geplanten Batteriespeicher aussehen werden, ist noch völlig offen. Die Technik ändert sich ständig.Foto: Uli Deck/dpa
Ahrensbök. Die verwirrenden Regeln der Bauleitplanung und die Vorhaben für die Energiewende können eine toxische Mischung sein. Das zeigte sich in beinahe tumultartigen Szenen im Planungsausschuss von Ahrensbök. Auslöser sind Pläne der Brede-Möhring-Energy GmbH (BME), inmitten eines geplanten 86 Hektar großen Solarparks in Schwochel in der Gemeinde Ahrensbök einen 144 Einheiten umfassenden Batteriespeicher zu bauen. Das treibt viele aus Dunkelsdorf und Schwochel ohnehin schon auf die Zinne.

Die BME, das gemeinsame Unternehmen des Schwocheler Landwirts und Unternehmensberaters Julian-Christopher Brede und des Projektentwicklers Sascha Möhring, plant mehrere Solarparks. Ihr neuestes Projekt ist ein Stand-Alone-Batteriespeicher. Der soll zunächst den Strom aus dem Solarpark Schwochel und den aus Barghorst aufnehmen, aber auch Sarkwitz, Obersteenrade und Schulendorf könnten laut Brede angeschlossen werden.

Dafür muss ein Bebauungsplan (B-Plan) aufgestellt werden. Zuvor aber erläuterte Brede sein Vorhaben. Ganz schlicht ausgedrückt ging es in der Sitzung um zwei Varianten: den großen Batteriespeicher mittels B-Plan so gut wie unsichtbar inmitten des Solarparks zu platzieren oder einzelne, sichtbare Batteriespeicher mit 50 Einheiten außerhalb der Grenzen der Parks. Das erlaubt die neueste Bundesgesetzgebung. Oder wie es Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) ausdrückte: „Damit ist es so, dass die Speicher ohne unser Zutun willkürlich gesetzt werden können, sobald ein Bezug zu einer Photovoltaikanlage besteht.“

Die BME hat einen dafür aus ihrer Sicht günstigen Standort ausgesucht. „Es geht darum, die Raumwirkung für die Bürgerinnen und Bürger zu minimieren“, sagt Brede. Das werde mit der Fläche erreicht. Abstand zur nächsten Bebauung: 700 Meter (Schwochel) bis 1200 Meter (Dunkelsdorf). Zudem liege die Batterieanlage im Tal hinter Hügelketten und sei damit nicht sichtbar, versichert Brede.

Die Gegner wollen die Speicher nicht an diesem Standort. So wie Nina und Alexander Wagner, die einen Hof zwischen Ahrensbök und Schwochel bewohnen und eine Eigenjagd betreiben. „Das Vorhaben an sich ist schon hanebüchen“, sagt Nina Wagner. Sie, ihr Mann und ihre Mitstreiter aus dem benachbarten Dunkelsdorf setzen sich nicht nur gegen zu viele Solarparks, sondern auch gegen den großen Batteriespeicher ein. Die Wagners fürchten Auswirkungen aufs Wild, aber auch Dauerlärm, der Menschen stören könne.

Tom Pöthig von der Bürgerinitiative „Photovoltaik in und um Dunkelsdorf“ argumentiert: „Für die Energiewende sind Batteriespeicher notwendig. Die Standortwahl empfinde ich in diesem Fall aber als extrem ungünstig, denn Schwochel hat ja bereits einen Windpark und einen äußerst großen Solarpark.“

Andere formulierten ihre Sorge vor Lärmbelästigung. Werner Zuther aus Dunkelsdorf meint: „Der Schall wird hin- und hergeschmissen. Ich möchte nicht in Böbs wohnen, da ist es mit der Abendruhe für die nächsten 50 Jahre vorbei.“ Der zulässige Schall liege nicht höher als von einem Kühlschrank, erläuterte Julian-Christopher Brede dazu.

Als FDP-Gemeindevertreter Tobias Maack von den „Partikularinteressen“ einiger Böbser und Schwocheler sprach, lief die Sitzung aus dem Ruder, etliche verließen empört den Raum. Am Ende stimmte der Ausschuss dafür, einen B-Plan für die Batteriespeicher aufzustellen. Julian Bredes Fazit an die Adresse der Gegner: „Egal wie ich es mache, ist es für Sie verkehrt.“ sas

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