Hinterlandanbindung: Das ist dieneue Expertin in Bad Schwartau
Stadtplanerin Levka Kienapfel hat die Koordination übernommen – Planungen auf der Zielgeraden – Bahn informiert am 19. Mai.

Levka Kienapfel am Bahnübergang Kaltenhöfer Straße. Die 35-Jährige ist in der Bauverwaltung der Stadt Bad Schwartau als Stadtplanerin tätig.Foto: Sebastian Prey
Bad Schwartau. Mehr als zehn Jahre lang war Bernhard Schmidt der Bahn-Experte im Bauamt der Stadt Bad Schwartau. Seit Jahresbeginn hat Levka Kienapfel die Aufgabe als Koordinatorin Hinterland-
anbindung übernommen. Die 35-Jährige weiß um die Bedeutung ihrer Position. Doch das schreckt sie nicht ab. Im Gegenteil: „Es ist eine spannende Herausforderung“, sagt Kienapfel.
Und das nicht unbedingt aus stadtplanerischer Sicht. „Die Hinterlandanbindung ist ein sehr politisches und öffentliches Thema. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Kienapfel, die erst seit Oktober 2024 bei der Stadt Bad Schwartau beschäftigt ist. Aufgewachsen ist sie in Heikendorf bei Kiel. Zum Architekturstudium ging es nach Lübeck, wo sie nun auch mit ihrer Familie lebt. Vor ihrem Wechsel in die Bauverwaltung war Kienapfel als Stadtplanerin in einem Lübecker Architekturbüro tätig.

30 Aktenordner

durchgearbeitet

Dass sie in Bad Schwartau mal die Ansprechpartnerin und Koordinatorin für die Hinterlandanbindung wird, davon war zum Zeitpunkt ihres Wechsels nicht die Rede. Doch als Stadtplanerin sind ihr die Veränderungen, die so ein Großprojekt wie die Fehmarnbeltquerung mit sich bringt, nicht fremd. Mittlerweile ist sie in die Materie voll eingetaucht – mehr als 30 Aktenordner mit Plänen, Gutachten und Stellungnahmen hat sie durchgearbeitet.

„Rund 80 Prozent meiner Arbeitszeit bin ich mit der Hinterlandanbindung beschäftigt“, berichtet Kienapfel, die zuvor ein halbes Jahr von Bernhard Schmidt eingearbeitet und vorbereitet wurde. „Das war sehr gut und hat mir geholfen, das Große und Ganze zu verstehen“, berichtet Kienapfel. Was die Stadt über die Jahre geleistet und an Wissen eingeholt habe, sei schon beeindruckend. Dank dieser guten Vorarbeit sieht sich Kienapfel für die anstehenden Aufgaben gut gerüstet. „Es wird in den kommenden Wochen nicht weniger.“

Bahn plant Informations-

Veranstaltung am 19. Mai

Die heiße Phase steht vermutlich unmittelbar bevor. Die Deutsche Bahn plant eine Informationsveranstaltung in Bad Schwartau am Dienstag, 19. Mai, in der Mensa der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule und der Krummlandhalle. Dort wird die Bahn ab 17 Uhr ihre Planungen für den Abschnitt Bad Schwartau vorstellen.

„Angesichts dieses Termins ist davon auszugehen, dass die Offenlegung der Planungsunterlagen im Juni erfolgt“, sagt Bürgermeisterin Katrin Engeln. Mit der Offenlegung beginnt das vierwöchige Zeitfenster für Einwendungen. „Das werden sportliche Wochen“, sagt Kienapfel.

Damit möglichst viele Bad Schwartauer sich mit einer Einwendung beteiligen, wird die Stadt am 15. Juni eine eigene Informationsveranstaltung anbieten, um Hilfestellung bei den Einwendungen zu leisten. Schließlich wird nur mit einer ausreichenden Zahl an Einwendungen eine erneute Prüfung der Planung veranlasst. Das Eisenbahn-Bundesamt ist gesetzlich verpflichtet, jede einzelne Einwendung zu prüfen und zu beantworten.

Levka Kienapfel ist gespannt auf die Planungen der Bahn. Insbesondere auf die Argumente bezüglich des Variantenvergleichs. Die Bahn plant mit der bestehenden Strecke durch das Stadtgebiet als beste Lösung. Die Stadt Bad Schwartau favorisiert hingegen die X-Trasse. „Die Bahn hat mitgeteilt, dass sie bei der Prüfung der Varianten noch einmal nachgebessert hat. Mal gucken, wie schlüssig und rechtskonform die Entscheidung gefallen ist“, erklärt Kienapfel, die natürlich auch immer im engen Kontakt mit Bürgermeisterin Engeln und Bauamtsleiter Akbar Nassery steht. Unterstützung kommt zudem weiter von Rechtsanwalt Prof. Dr. Olaf Bischopink von der Kanzlei Baumeister in Münster sowie von Bernhard Schmidt, der als Berater für den Bereich Lärm und Erschütterung für die Stadt Bad Schwartau Einwendungen vorbereiten wird.

Interessant ist laut Bürgermeisterin Engeln eine neue Veränderung bei der DIN-Norm für Erschütterungen, die weitere Betroffenheiten auslöst. „Bislang waren 188 Gebäude betroffen. Durch die Veränderungen erhöht sich die Zahl nun in Bad Schwartau auf 317.“ sep
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