Als öffentlich-rechtliches Förderzentrum mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung ist die Schule am Papenmoor seit Jahren ein fester Bestandteil der Schullandschaft im Kreis Ostholstein. Getragen wird die Einrichtung vom Kreis, der die Durchführung an die Lebenshilfe Ostholstein übertragen hat. Der Einzugsbereich umfasst den südlichen und mittleren Teil des Kreises.
Auslastung der Schule
liegt bei 135 Prozent
Die Schülerzahlen steigen kontinuierlich. Aktuell werden 163 Schülerinnen und Schüler in 18 Klassen unterrichtet und betreut. Dafür stehen rund 40 Lehrkräfte sowie 55 Schulbegleiter zur Verfügung. Doch die räumlichen Kapazitäten sind längst ausgeschöpft. „Wir sind damit über dem Limit“, sagt Schulleiterin Elisabeth Steinhoff. Die Schule sei ursprünglich für etwa 120 Kinder ausgelegt, die Auslastung liege inzwischen somit bei mehr als 135 Prozent.
Die Folgen sind im Schulalltag deutlich spürbar. „Die räumliche Enge sorgt für zusätzlichen Stress und Aggressionen“, erklärt Steinhoff. Gerade für Kinder mit besonderem Förderbedarf seien Rückzugsorte wichtig. „Es ist entscheidend, dass jede Klasse über einen einsehbaren Nebenraum verfügt, in den sich gestresste Schüler zurückziehen können. Das können wir bei der derzeitigen Situation nicht gewährleisten.“ Ein Beispiel ist die Fuchsklasse: Auf knapp 40 Quadratmetern verbringen dort täglich 13 Menschen gemeinsam ihre Zeit – eine Situation, die pädagogisch wie organisatorisch an Grenzen stößt.
Der steigende Bedarf hat mehrere Ursachen. Unter anderem wurde die Diagnostik überarbeitet. Neben dem Intelligenzquotienten spielt nun auch das sogenannte adaptive Verhalten eine größere Rolle – also die Frage, wie selbstständig und lernfähig ein Kind im Alltag ist. Dies habe zu einer veränderten Zusammensetzung der Schülerschaft geführt, so Steinhoff.
Der Raumbedarf im Förderzentrum ist besonders hoch
Hinzu kommt, dass der Raumbedarf eines Förderzentrums grundsätzlich höher ist als der einer Regelschule. Neben klassischen Klassenräumen benötigt die Schule unter anderem Pflege- und Differenzierungsräume, Bewegungsangebote, ein Bällebad, einen sogenannten Snoezelen-Raum zur Förderung der Körperwahrnehmung sowie Fachräume für Musik, Kunst und Werken. Auch eine Sporthalle gehört zur notwendigen Ausstattung.Eigentlich sollten neue inklusive Angebote in Eutin für Entlastung sorgen. Diese Planungen wurden jedoch vorerst gestoppt. Deshalb hat der Kreistag nun einstimmig beschlossen, die Schule am Papenmoor kurzfristig zu erweitern. Geplant ist ein Anbau, der direkt an das bestehende Gebäude anschließt. Die Kosten belaufen sich auf knapp eine Million Euro. Vorgesehen sind zwei neue, jeweils 55 Quadratmeter große Klassenräume mit angrenzenden Nebenräumen.
Trotz dieser Entscheidung bleibt die Situation angespannt. Der Anbau ist bewusst als Übergangslösung konzipiert, da langfristig weiterhin auf inklusive Angebote in Eutin gesetzt wird. Bis dahin muss die Schule improvisieren. „Für das nächste Schuljahr müssen wir uns zusätzliche Räume organisieren“, sagt Steinhoff. Die Bauarbeiten für den Erweiterungsbau sollen im Herbst beginnen, die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 geplant.