Das SHMF wird als Dienstleister 34 Veranstaltungen inklusive Gastspiele einschließlich einer szenischen Produktion pro Jahr in Eutin zur Aufführung bringen. Die künstlerische Leitung und die Programmgestaltung obliegen dabei dem SHMF.
Durch die Einigung kommt das monatelange Ringen um eine Rettung der Eutiner Freilichtkonzerte zu einem Ende. „Ich bin sehr froh über diese Entwicklung“, sagt Eutins Bürgermeister Sven Radestock (Grüne). „Mit dem SHMF haben wir einen Partner im Boot, der für hervorragende künstlerische Qualität, für hohe Kompetenz und für eine professionelle Durchführung steht.“
Der Verwaltungschef sieht in der Zusammenarbeit mit dem SHMF die derzeit „tragfähigste und wirtschaftlich wie kulturell überzeugendste Lösung, um die Zukunft der Eutiner Seebühne zu sichern, zeitnah wieder eine szenische Produktion zu ermöglichen und den Kulturstandort Eutin nachhaltig weiterzuentwickeln“.
Die Eutiner Festspiele hatten ihre diesjährige Saison Mitte Januar überraschend abgesagt. Der noch amtierende Geschäftsführer Falk Herzog hatte diesen Schritt mit erheblichen strukturellen und personellen Herausforderungen begründet, durch die der Betrieb der Festspiele nicht länger ausschließlich ehrenamtlich geführt werden könne. Die Zukunft des seit den frühen 1950er-Jahren bestehenden Opernfestivals war nach der Absage zunächst unklar. Der städtische Hauptausschuss hatte das SHMF zunächst für diesen Sommer mit der Veranstaltung eines Konzertsommers auf der Seebühne beauftragt. In diesem Rahmen finden dort im August drei Konzerte statt – statt Klassik gibt es Pop und Jazz.
Das SHMF wird nun vom Saisongast zum möglicherweise längerfristigen Partner der Stadt. „Die Eutiner Festspiele haben sich über Jahrzehnte hinweg als fester Bestandteil der norddeutschen Kulturlandschaft etabliert und stehen für eine hohe künstlerische Qualität“, sagt SHMF-Intendant Christian Kuhnt. „Vor diesem Hintergrund versteht sich das Engagement des Schleswig-Holstein Musik Festivals als ein Beitrag zur Stärkung dieses kulturellen Leuchtturms.“ Kuhnt betont, dass er mit „großem Respekt“ auf die Arbeit blicke, die Falk Herzog mit seinem Team in den vergangenen Jahren geleistet habe.
Dem Beschluss der Stadtvertretung zufolge sollen SHMF und Stadt die Zusammenarbeit auf der Seebühne nach der Saison 2027 erstmals auswerten. Die Verwaltung und das SHMF sollen außerdem prüfen, ob die Spielzeit verlängert und die Seebühne möglicherweise auch durch Dritte genutzt werden könne.
Der Betrieb auf der Freilichtbühne werde sich „für unsere Geschäfte, Restaurants und Cafés positiv auswirken und die Innenstadt stärken“, sagte Bürgermeister Radestock. Während der Festspiel-Saison im Sommer waren stets zahlreiche Gäste in die Stadt gekommen und hatten bei der Gastronomie, Hotellerie und dem Einzelhandel vor Ort für Umsätze gesorgt.
Das SHMF teilte mit, dass der Kartenvorverkauf für die Festspiele 2027 unabhängig von dem Vorverkauf für das Schleswig-Holstein Musik Festival stattfinden werde. Ab wann es die Tickets geben wird, steht noch nicht fest.