Doch er ist sich mit den meisten seiner Mitbewohner in dem Mehrfamilienhaus einig, dass ein erheblicher Anteil dieser Fahrzeuge auf der Strecke zwischen Innenstadt und Riesebusch zu schnell unterwegs ist. „Würden sie, wie vorgeschrieben, 30 fahren, wäre ja alles in Ordnung“, sagt der Anwohner. Doch stattdessen seien die meisten mit Tempo 50 und mehr unterwegs – so wie es bis zum Sommer vergangenen Jahres auch erlaubt war.
Weil der Zustand der Straße schlecht ist, gelten aber mittlerweile andere Geschwindigkeitsbegrenzungen. „Ich würde mir wünschen, dass die Autofahrer sensibilisiert werden“, sagt Jürgen Breidenbach. „Damit wieder etwas mehr Ruhe einkehrt.“ Insbesondere in den Abendstunden, wenn die Stadt leerer wird und die Fahrzeuge schneller unterwegs sein können, sei der Lärm hoch. „Und wenn die Lkw über die Schlaglöcher donnern, wackelt es hier richtig. Unser Haus hat schon Risse.“
Bei der Stadt Bad Schwartau kennt man das Thema, bestätigt Bürgermeisterin Katrin Engeln (Die Grünen). Ob es vermehrt zu Überschreitungen der Geschwindigkeit komme, könne man aber mangels belastbarer Messergebnisse nicht sagen.
Grundsätzlich aber gelte: „Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu einzelnen Straßenabschnitten werden regelmäßig aufgenommen und im Rahmen der Möglichkeiten geprüft. Die Stadt nimmt Geschwindigkeitsmessungen vor“, sagt Engeln.
Diese Möglichkeit bestehe auch in der Eutiner Straße. „Die Kontrollen werden jedoch nicht durch die Stadt selbst, sondern durch die zuständigen Behörden veranlasst. Die Stadt steht hierzu im Austausch mit den zuständigen Stellen“, sagt die Bürgermeisterin. Zuständig ist der Fachdienst Straßenverkehr beim Kreis Ostholstein.
Zudem soll die geringere Geschwindigkeit auch die Straße schützen. Denn bei schnellerem Überfahren sei sie grundsätzlich stärker beansprucht. Entscheidend seien dabei aber auch Faktoren wie die Fahrzeugart oder die Wetterlage.
Prinzipiell soll die Eutiner Straße grundlegend saniert werden. Das Problem: Die Kommune trägt seit Januar 2025 die Baulast und muss damit auch die Kosten tragen. Weil das aber den Haushalt zu sehr belastet, hofft die Stadt auf Zugeständnisse des bisherigen Eigentümers, des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH). Die Frage zum aktuellen Stand ließ Bürgermeisterin Katrin Engeln unbeantwortet.