Bereits in der zweiten Maihälfte könnte die öffentliche Auslegung der Unterlagen für einen Monat erfolgen. Damit ist der Schwartauer Abschnitt der letzte der insgesamt zehn Bauabschnitte, der veröffentlicht wird. Zwei Abschnitte sind bereits planfestgestellt, weitere Beschlüsse sollen ab Herbst 2026 folgen.
Für Bad Schwartau selbst hat der Bauabschnitt eine besondere Tragweite. „Er hat die größte Bedeutung für die Zukunft unserer Stadt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind daher aufgerufen, zu den Ausbauplänen der DB Stellung zu nehmen. Es geht um unsere Stadt!“, betont Rudolf Meisterjahn vom Umweltbeirat.
Vor diesem Hintergrund sorgte der Besuch des CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Schmidt bei der Bürgerinitiative (BI) Kaltenhof für Aufmerksamkeit. Nach Gesprächen mit rund zehn Mitgliedern sagte der Politiker zu, die Anliegen aus Bad Schwartau in Berlin einzubringen. Ziel müss es sein, „eine ausgewogene und zukunftsfähige Lösung zu finden, die sowohl den verkehrspolitischen Anforderungen als auch den Belangen von Umwelt und Bevölkerung gerecht wird“, erklärte Schmidt.
Die BI nutzte den Austausch, um ihre Kritik an den bisherigen Planungen darzulegen. Volker Claussen erläuterte die bislang bekannten Pläne der Bahn und deren mögliche Folgen. Neben der drohenden Abholzung von rund elf Hektar Wald im Kuhholz und weiteren etwa 40 Hektar Waldflächen in Bad Schwartau und Ratekau wurde insbesondere die befürchtete Zerschneidung von Stadtteilen thematisiert. Mit dem Verlust dieser Waldflächen gingen wichtige Ökosystemleistungen wie Lärmschutz, Sauerstoffproduktion und CO2-Darüber hinaus sieht die Initiative Probleme bei der Leistungsfähigkeit der geplanten Strecke. Auf Basis von Untersuchungen der Technischen Universität Braunschweig wird eine unzureichende Dimensionierung angenommen. Nach Einschätzung der BI könnte bereits zur Eröffnung ein Nadelöhr entstehen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die sogenannte Nordkurve, die Anbindung der Lübecker Hafenbahn. Anhand von Diagrammen und Skizzen legte die BI dar, dass sich diese nach ihrer Auffassung nicht mit der derzeitigen Planung der Bahn vereinbaren lasse.
Schmidt zeigte sich beeindruckt vom Engagement und der Fachkenntnis der Initiative. „Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung ist es entscheidend, dass die berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger frühzeitig berücksichtigt werden und die Planungen transparent, nachvollziehbar und rechtssicher erfolgen“, sagte er.
Positiv hob er hervor, dass die Initiative das Projekt nicht grundsätzlich ablehne, sondern Alternativen aufzeige. Schmidt unterstrich zudem die Bedeutung eines fairen Variantenvergleichs, bei dem auch alternative Trassenführungen wie die sogenannte X-Trasse sachlich geprüft werden müssten. „Wir wollen die Hinterlandanbindung nicht verhindern, wir wollen eine Lösung, die die Belange der Umwelt, der Anwohner, der Nachbargemeinden, der Wirtschaft und den künftigen Bedarf im Schienenverkehr ausreichend berücksichtigt“, erklärte Beate Korf.
Ein zentraler Vorschlag der Initiative ist die Trennung von Regional- und Fernverkehr. Die bestehende Strecke könnte weiterhin für den Nahverkehr genutzt werden, während eine neue Trasse den Fernverkehr aufnimmt. Dies würde nicht nur die Kapazität erhöhen, sondern auch den Betrieb während der Bauphase sichern. Gleichzeitig könnten nächtliche Lärmbelastungen reduziert werden, da mehr Verkehr gebündelt und effizient abgewickelt werden kann.
Mit der bevorstehenden Offenlegung der Planungsunterlagen beginnt in wenigen Wochen nun eine für Bad Schwartau entscheidende Phase. BI, Umweltbeirat und die Stadt Bad Schwartau werden sich dafür einsetzen, dass sich möglichst viele Bad Schwartauer mit Einwendungen beteiligen. Hintergrund: Nur mit einer ausreichenden Zahl an Einwendungen wird eine erneute Prüfung der Planung veranlasst. Das Eisenbahn-Bundesamt ist gesetzlich verpflichtet, jede einzelne Einwendung zu prüfen und zu beantworten.