Um die kümmert sich unter anderem Carolin Welchert. Die studierte Landschaftsplanerin und ausgebildete Gärtnerin arbeitet seit 13 Jahren im Bauamt Grünplanung der Stadt Bad Schwartau. Jeder Spielplatz sei ein kleines System für sich, geplant, geprüft, gepflegt – und ständig im Wandel, wie Welchert erzählt: „Wir wollen jedem etwas anbieten.“
Im Frühjahr beginnt
das große Reparieren
Was für Außenstehende oft nach freier Fläche aussieht, ist in Wirklichkeit genau durchdacht. Jedes Gerät braucht seinen Platz, und vor allem die nötigen Sicherheitsabstände. „Einfach noch etwas dazustellen geht nicht“, sagt Welchert. Hinzu kommt ein engmaschiges Kontrollsystem: Wöchentlich werden die Spielplätze begangen, alle drei Monate genauer überprüft, einmal im Jahr folgt eine externe Hauptkontrolle. „Einmal drüberlaufen reicht da nicht“, sagt Welchert. „Man muss wirklich gucken, anfassen, prüfen.“
Im Frühjahr ist dann Hochsaison für allerlei Reparaturen. „Im Winter geht der Frost ins Holz und bringt es zum Platzen“, erklärt Jörg Lehmann. Der Tischler arbeitet für die Stadt und kümmert sich seit fast sieben Jahren um deren Spielplätze. In der Werkstatt auf dem Bauhof baut Lehmann derzeit eine morsche Plattform neu. Ein großer, runder Holzpflock daneben wird bald eine neue Wippe. Ihm macht die Arbeit Spaß. Besonders freut ihn: „Eltern und Kinder bedanken sich oft bei mir.“
Für die Unterhaltung der Spielplätze stehen jährlich rund 20.000 Euro zur Verfügung. Geld, das nicht immer ausreicht. „Manchmal müssen wir zusätzliche Mittel einholen“, erklärt Welchert. Umso wichtiger sei es, vorhandene Materialien sinnvoll zu nutzen. Was an einem Ort nicht mehr passt, kann an anderer Stelle genau richtig sein. „Man muss nicht alles wegwerfen und neu kaufen“, sagt Welchert.Auf dem Spielplatz am Haselredder in Groß Parin, idyllisch hinter Pferdekoppeln gelegen, glänzt der Spielturm mit neuem Dach und Kletterwand. Er hat außerdem mit einem niedrigeren Klettergerüst mit Reckstangen den Platz getauscht – damit die Privatsphäre der Nachbarn besser geschützt ist.
Die Ansprüche an Spielplätze verändern sich stetig. Hohe Türme treten zunehmend in den Hintergrund, stattdessen entstehen häufiger niedrigere, vielseitige Bewegungsangebote. Ein Thema gewinnt an Bedeutung, erzählt Welchert: Inklusion. Neue Anlagen sollen so gestaltet sein, dass möglichst viele Kinder sie nutzen können, unabhängig von körperlichen Einschränkungen. „Wir versuchen immer, mehr Möglichkeiten zu schaffen.“
Spielplätze haben
Konfliktpotenzial
Spielplätze sind öffentliche Räume, und damit auch Orte, an denen nicht immer alles reibungslos läuft. Nachbarn klagen über Kinderlärm, Jugendgruppen treffen sich mancherorts zum Feiern, auch Vandalismus gehört immer wieder zum Alltag. Graffiti, Müll oder beschädigte Geräte müssen dann beseitigt oder repariert werden.
„Aber bei uns hält sich das noch sehr in Grenzen“, ist Welchert froh. Für Lehmann, der regelmäßig die Spielplätze kontrolliert, ist das mitunter ein kleines Katz-und-Maus-Spiel: „Da hat man manchmal das Gefühl, die Sprayer denken: Ich sprühe und gucke mal, wie schnell er das jetzt wieder saubermacht.“
Und dann sind da noch die Kinder selbst. „Sie sind sehr kreativ“, sagt Welchert. Geräte werden zweckentfremdet, umgedeutet, neu erfunden. Eine einfache Stange wird zur Feuerwehr, ein unscheinbares Element zum Mittelpunkt eines Spiels. Wie ein Spielplatz am Ende genutzt wird, lässt sich also nur begrenzt planen.