Insgesamt registrierte die Polizei im Kreis Ostholstein 11.508 Straftaten. Das entspricht einem Rückgang um 7,45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch landesweit zeigt sich ein ähnlicher Trend, wobei der Rückgang in Ostholstein etwas geringer ausfällt.
Hohe Urlauberzahlen nehmen Einfluss auf Statistik
Polizeidirektor Carsten Ripke ordnet die Zahlen ein: „Im Vergleich mit den anderen Kreisen ist die Gefahr in Ostholstein, Opfer einer Straftat zu werden, am zweitgrößten. Nur Pinneberg liegt in dem Ranking davor.“ Als Grund vermutet er vorwiegend die hohe Zahl an Touristen: „Dass Ostholstein in der Statistik mit vorn liegt, dürfte daran liegen, dass die Zahl der Menschen in der Urlaubsregion viel höher ist als die eigentliche Einwohnerzahl.“
Im Vergleich zu Großstädten steht der Kreis jedoch deutlich besser da. Mit einer Häufigkeitszahl (HZ) von 5712 Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt Ostholstein weit unter Städten wie Lübeck (HZ 9162), Kiel (HZ 9957) oder Neumünster (HZ 11.905), wo die Werte etwa doppelt so hoch sind.
Diebstähle machen den größten Anteil bei den Straftaten aus
Ein Blick auf die Deliktsverteilung zeigt, dass klassische Massendelikte dominieren. Diebstähle machen mit über 33 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von Rohheitsdelikten wie Körperverletzung und Raub mit gut 18 Prozent. Vermögens- und Fälschungsdelikte liegen bei rund 14 Prozent. Die in der Öffentlichkeit stark beachteten Delikte wie schwere Gewaltkriminalität und Sexualdelikte machen nur einen geringen Teil der Gesamtkriminalität aus.
Besonders positiv ist der Rückgang bei Wohnungseinbruchdiebstählen – von 190 in 2024 auf 151 im vorigen Jahr. In Ostholstein sanken die Zahlen damit um mehr als 20 Prozent. In vielen Fällen blieb es zudem beim Versuch. Als Gründe nennt die Polizei verbesserte Sicherheitstechnik, gezielte Präventionsarbeit und eine intensivere internationale Zusammenarbeit.
Zugenommen haben hingegen unter anderem Brandstiftungen sowie Fälle von Widerstand gegen Polizeibeamte. Letztere stiegen von 72 auf 87 Fälle. Dabei wurden 36 Beamte verletzt. In rund 73 Prozent der Fälle standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss.
Hohe Aufklärungsquote
bei Sexualdelikten
Die Zahl der Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung stieg von 30 auf 48. Die Aufklärungsquote liegt mit über 90 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Polizeisprecherin Anna Julia Meyer erklärt: „Die hohe Aufklärungsquote hängt vor allem damit zusammen, dass sexualisierte Gewalt in der Regel im privaten Bereich zwischen miteinander bekannten Personen stattfindet.“ Hinweise auf eine zunehmende Gefährdung im öffentlichen Raum gebe es nicht. Ein weiterer Faktor für den Anstieg sei eine höhere Anzeigebereitschaft. Mehr öffentliche Aufmerksamkeit und ein besser ausgebautes Hilfesystem führten dazu, dass Betroffene häufiger zur Polizei gingen. Gleichzeitig bleibt die Dunkelziffer insbesondere bei häuslicher Gewalt hoch.
Rückläufig sind unter anderem Messerangriffe, die in Ostholstein um knapp neun Prozent zurückgingen. Die Polizei führt dies unter anderem auf verstärkte Kontrollen und neue Regelungen im öffentlichen Nahverkehr zurück.
Insgesamt bewertet die Polizei die Sicherheitslage im Kreis Ostholstein weiterhin als stabil.