Der jahrzehntelang gehegte Wunsch nach einer sicheren Radverbindung zum Hauptort Ahrensbök ist endlich wahr geworden: Die fünf Kilometer lange Strecke zwischen Hassendorf und Ahrensbök ist fertig.
Bauphase mit einigen„In den 80er-Jahren gab es die ersten Pläne für einen Radweg“, erzählt Bernhard Horstmann (CDU), der gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern den Kampf um einen Radweg nie aus den Augen verlor. Als 2018 in einem Radverkehrskonzept des Kreises Segeberg, zu dem die Gemeinde Glasau gehört, die besagte Landesstraße negativ auffiel, versuchte Glasau beim Landesamt Straßenbau und Verkehr (LBV) Schleswig-Holstein einen neuen Anlauf.
Mit Erfolg: Gemeinsam mit der Gemeinde Ahrensbök konnten sie den Bau Ende 2024 in Auftrag geben, nachdem Grundstückseigentümer die erforderlichen Flächen zur Verfügung gestellt hatten. „Es lohnt sich, einen langen Atem zu haben. Die Möglichkeit, den Radweg endlich nutzen zu können, ist doch klasse“, sagt Horstmann. Ohne finanzielle Unterstützung durch den zuständigen Kreis Segeberg mit 750.000 Euro und vor allem der 80-prozentigen Förderung des Landes aus dem Bundestopf „Stadt und Land“ wären die Baukosten von insgesamt 6,5 Millionen Euro nicht zu stemmen gewesen. So mussten die beiden Gemeinden, durch die die Landesstraße führt, nur einen geringen Eigenanteil aufbringen. „Wir haben das gemeinsam hingekriegt“, betont Horstmann erfreut.
Während der rund einjährigen Bauphase mussten die Planer vom Büro Hahm aus Lübeck sowie die Arbeiter der ausführenden Firma Strabag einige Herausforderungen meistern. So musste beispielsweise an der Scheidekate die Straße komplett versetzt werden, eine Brücke über die Glasau gebaut und ein Hang entlang eines Waldstücks mit 200 Stahlankern abgesichert werden. Trotzdem gab es keine Bauverzögerungen. „Alles hat gut geklappt“, sagt Horstmann.
Schon während der Entstehung und vor allem nach der Freigabe wird die neue Strecke, die nach den letzten Restarbeiten vom Land übernommen wird, gerne mit dem Fahrrad befahren. Er freue sich riesig, sagt Horstmann, es sei eine tolle Situation. „Der Radweg wird nicht nur von den Schulkindern, sondern von allen genutzt. Radfahren ist in. Das merkt man. Und jetzt im Frühling wird das noch mehr“, sagt er. Und Bürgermeister Thomas Gerber ergänzt: „Auch touristisch ist das eine gute Sache.“
Das Binnenland vernetzen
Auch für Ahrensböks Verwaltungschef Andreas Zimmermann diene die Erschließung und Vernetzung des Binnenlands neben dem sicheren Schülerverkehr auch dem Tourismus. „Man tut etwas für die Infrastruktur, für die Umwelt, die Verkehrssicherheit und die Gesundheit, indem man die Autofahrer aufs Rad bekommt. Das gilt besonders für die Strecke“, sagt Zimmermann.
Für eine lückenlose Radverbindung zwischen Kiel und Lübeck fehlt nur noch die etwa ein Kilometer lange Strecke zwischen Hassendorf und Hutzfeld in der Gemeinde Bosau. Sie musste aufgrund von Geldmangel sowie nicht geklärten Grundstücksverhältnissen ihre Beteiligung an dem Projekt zurückziehen. Die Initiatoren hoffen für ihre Nachbarn, dass es nicht noch einmal 40 Jahre dauert, bis auch diese Lücke geschlossen ist.