Die Bürgerräte haben im November 2025 an drei Terminen mit zufällig ausgewählten Teilnehmenden stattgefunden. Die Teilnehmenden waren zuvor über Einladungsbriefe kontaktiert worden. Bei den vierstündigen Workshops ging es um die Themen bedürfnisorientierte Mobilität, die Weiterentwicklung von On-Demand-Angeboten sowie Finanzierungs- und Preismodelle im Öffentlichen Personennahverkehr am Beispiel des On-Demand-Busses „lümo“. Ziel war es, gemeinsam Empfehlungen an Entscheider zu formulieren, wie das Angebot künftig ausgestaltet werden sollte.
Mitte Februar wurden die Empfehlungen an Joanna Hagen, Senatorin für Bauen und Verkehr der Hansestadt Lübeck, Julia Samtleben, Bürgermeisterin von Stockelsdorf, sowie den Verkehrswendebeauftragten der Hansestadt Lübeck Michael Stödter übergeben.
Die erarbeiteten Empfehlungen betreffen verschiedene Aspekte, wie das Mobilitätsangebot zukünftig gestaltet werden könnte. Dies umfasst unter anderem die Aufstockung der Fahrzeugflotte sowie eine Erweiterung des Betriebsgebiets auf weitere Stadtteile und umliegende Dörfer. Gleichzeitig soll die Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit gestärkt werden, etwa durch eine komfortable Haustürabholung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder die Nutzung der Fahrzeuge für Krankentransporte in Zeiten, in denen das „lümo“ regulär nicht fährt.
Ein weiterer zentraler Baustein ist die bessere Verzahnung mit dem bestehenden ÖPNV, beispielsweise durch die Einrichtung von Park-&-Ride-Zonen, die es Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, ihren Pkw am Stadtrand abzustellen und bequem mit dem „lümo“ in die Innenstadt zu fahren. Ergänzend werden Anpassungen bei Tarif- und Finanzierungsmodellen sowie der Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit empfohlen. Es wird dabei beachtet, wie das Angebot langfristig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragfähig finanziert werden kann.
Die Rolle der Forschenden des Instituts für Menschzentrierte Interaktive Systeme bestand darin, die Bürgerinnen und Bürger – basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen – zu informieren und den gemeinsamen Arbeitsprozess so zu gestalten, dass faktenbasierte Empfehlungen auf Grundlage persönlicher Erfahrungen und Perspektiven entstehen konnten.
Mit der Übergabe der Empfehlungen enden die Bürgerräte, das Forschungsprojekt läuft regulär am 30. Juni aus. Der Weiterbetrieb von „lümo“ ist vorbehaltlich der Haushaltszustimmung bis zum 31. Dezember sichergestellt. Die Entscheider aus Politik und Verwaltung müssen nun entscheiden, wie es mit den Empfehlungen ab 2027 weitergehen wird.