Fünf Namen mit Geschichte
Ausstellung und Infos zu den Frauen, nach denen Straßen in Stockelsdorf benannt wurden.

Juliane Hagenström (v.li.) von der Buchhandlung Bücherliebe, Bürgermeisterin Julia Samtleben, die ehrenamtliche Archivarin der Gemeinde Antje Hopp, Bauhofsmitarbeiter Martin Jungenkrüger und Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich stellen die neuen Infos zu den Straßennamen vor.Foto: Gemeinde Stockelsdorf
Stockelsdorf. Im Kernort Stockelsdorf sind 47 Straßen nach Männern benannt und 24 nach Pflanzen, aber nur fünf Straßen tragen den Namen von Frauen.

Der Frage, wer die fünf weiblichen Persönlichkeiten waren und welche nachhaltige Bedeutung sie für das Gemeindeleben hatten, sind die Mitarbeiterin der Gemeinde Stockelsdorf und ehrenamtlich im Archiv tätige Antje Hopp, die Buchhändlerin Juliane Hagenström und die Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich nachgegangen. Das Ergebnis sind fünf Banner und neue Zusatzschilder an den Straßen.

Bei der Recherche ist vor allem bei den vier Frauen, die in Stockelsdorf gelebt haben, deutlich geworden, wie stark sie sich über Jahrzehnte für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt haben. Gertrud Groth hat unter dem Einfluss ihrer Erfahrungen aus dem Krieg unter anderem die Arbeiterwohlfahrt gegründet und sich stark für die Jugendarbeit und die Gründung des ATSV eingesetzt. Ihr Wirken wurde mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt.

Elli Wigger und Erika Tyska, die beide aus Ostpreußen flüchten mussten, setzten sich mit großem Engagement unter anderem als Gemeindeschwestern beim Roten Kreuz Stockelsdorf ein und brachten in diesem Ämtern Fürsorge und Herzenswärme in die Gemeinde.

Durch die in Stockelsdorf ansässige Lübecker Marzipanfabrik von Minden und Bruhns GmbH & Co KG ist Else Jebsen bekannt geworden. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1960 stieg sie in die Geschäftsführung der Fabrik ein und war Mitbegründerin der Friedrich Bluhme & Else Jebsen Stiftung, die seitdem das soziale und kulturelle Leben weit über die Gemeindegrenzen hinaus unterstützt. Ihr Wohn- und Kontorhaus wurde der Gemeinde vermacht und beherbergt seit 50 Jahren die Bücherei, das Jugendzentrum sowie die Volkshochschule.

„Karoline von Günderrode hingegen war keine Bürgerin der Gemeinde. Sie war eine sehr bekannte Dichterin der Romantik und eine Vordenkerin mit emanzipatorischen Gedanken, die jedoch während ihres kurzen Lebens im 18. Jahrhundert an den gesellschaftlichen Strukturen scheiterte“, so Juliane Hagen-ström.

„Diese Frauen verkörpern Engagement, Nächstenliebe und Beharrlichkeit und erfüllen durch ihre gelebten Werte eine Vorbildfunktion für uns alle. Wir möchten sie als Persönlichkeiten nicht vergessen und ihren Einsatz für die Einwohnerinnen und Einwohner würdigen“, so Antje Hopp. Bürgermeisterin Julia Samtleben lädt Interessierte ein, sich die fünf Banner während der Öffnungszeiten im Rathaus anzusehen. Sie hängen bis zum 15. März im Durchgang zum Sitzungssaal.

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