Schüler testen die Wirtschaft am Fehmarnbelt
20 Jugendbotschafter erkunden Firmen in Deutschland und Dänemark im neuen Praktikum.

Ilona Jarabek, Geschäftsführerin der Musik- und Kongresshalle (Mitte), empfing die Jugendbotschafter und Jugendbotschafterinnen im Rahmen des Wirtschaftspraktikums in Lübeck. Foto: Thomas Waldner
Lübeck. Es ist ein Novum in der Bildungslandschaft der Hansebelt-Region: Seit Montag, 16. Februar, sind 20 Schülerinnen und Schüler als „Jugendbotschafter“ unterwegs, um die wirtschaftlichen Perspektiven beiderseits des Fehmarnbelts intensiv zu erkunden. Das zweiwöchige „Wirtschaftspraktikum Fehmarnbelt“ führt die Jugendlichen von Lübeck über Kiel bis tief ins dänische Seeland.

Die Teilnehmenden, die von der Lübecker Baltic-Schule kommen, sind bereits seit über zwei Jahren im Rahmen des von der EU geförderten Interreg-Projekts „Bildungsregion“ aktiv. Nach einer erfolgreichen Jugendkonferenz im vergangenen Sommer, (MeineWelt.Fehmarnbelt auf den Fehmarnbelt Days in Lübeck) geht das Projekt unter der Federführung der Hansestadt Lübeck und der dänischen Partnerkommune Næstved nun in die nächste, praxisorientierte Phase. Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Wirtschaftsregionen zu analysieren und den Dialog mit dänischen Jugendlichen zu vertiefen.

Der Fahrplan für die kommenden Wochen war dicht getaktet. In der ersten Woche lag der Fokus auf Lübeck und der Landeshauptstadt Kiel. Den Auftakt machte die Kommunikationsagentur twkom, wo den Schülern auch Grundlagen der Betriebswirtschaft und Kommunikation vermittelt wurden. Weitere Stationen in Lübeck waren die Musik- und Kongresshalle (MuK), das Lübeck-Travemünde-Marketing sowie die Ausbildungsabteilung des Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmens Dräger. Außerdem reisten die Jugendbotschafter nach Kiel, um Gespräche im Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein sowie beim Norddeutschen Rundfunk zu führen.

In der zweiten Woche verlagerte sich das Geschehen nach Dänemark. Ein zentraler Programmpunkt war die Besichtigung der Tunnel-Baustelle am Fehmarnbelt im dänischen Rødby. Im Austausch mit der Wirtschaftsgesellschaft Fonden Femern Belt Development wurden dort Fragen zu Verkehr und Logistik erörtert. Kulturelle und bildungspolitische Aspekte standen beim Besuch des Gymnasiums in Næstved, des Naturcenters Stevns und der Universität Roskilde auf der Agenda.

Die Schüler bereiten ihre Termine in Zweier-Teams eigenverantwortlich vor. „Wir knüpfen mit unserem Projekt MeineWelt.Fehmarnbelt dort an, wo wir bei den Fehmarnbelt Days aufgehört haben“, erklärt die 18-jährige Teilnehmerin Hannah Wulf. Sie betont die Neugier der Gruppe auf die interkulturellen Vergleiche zwischen Deutschland und Dänemark.

Für die Initiatoren ist dieses erste Wirtschaftspraktikum ein wichtiger Testlauf. Die Hansestadt Lübeck will prüfen, wie sich solche grenzüberschreitenden Angebote künftig auf alle Schulen in der Fehmarnbelt-Region ausweiten lassen. Dr. Hans-Joachim Friedemann, Bereichsleiter Schule und Sport bei der Hansestadt, sieht darin eine Antwort auf den wachsenden Bedarf: „Wir merken schon jetzt: Das Interesse bei den Jugendlichen wächst, mit der Tunnel-Verbindung die Fehmarnbelt-Region als einen gemeinsamen Lebensraum zu gestalten.“

Das Projekt ist Teil der „Fehmarn Belt Learning Region“, an der über 40 Netzwerkpartner beteiligt sind und die mit über zwei Millionen Euro aus Interreg-Mitteln der Europäischen Union unterstützt wird. Die Ergebnisse des Praktikums sollen im Früjahr in eine Jugendkonferenz einfließen. und KÜN
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