Kern des Projekts ist der Austausch der bestehenden Windkraftanlagen durch leistungsstärkere Modelle neuester Generation. Seit 2017 sind in dem Gebiet 20 Anlagen des Typs Enercon E-101 mit einer Gesamtleistung von 61 Megawatt in Betrieb. Diese sollen künftig durch 15 neue Anlagen ersetzt werden. Obwohl sich die Zahl der Windräder reduziert, wächst die geplante Leistung deutlich. Die neuen Anlagen werden nämlich von bislang 149,5 Metern auf künftig rund 249 Meter Gesamthöhe wachsen. Nach Angaben des Betreibers soll sich die Stromproduktion durch die neue Technik mehr als verdoppeln.
Strombonus für
betroffene Bürger
Das Repowering soll sich am Ende für alle Betroffenen auszahlen. Qualitas Energy stellt für die Gemeinde Stockelsdorf jährliche Beteiligungszahlungen von bis zu 280.000 Euro in Aussicht, hinzu kämen höhere Gewerbesteuereinnahmen. Auch für Bürgerinnen und Bürger ist ein Strom-Technisch verspricht der Betreiber mehrere Verbesserungen. Die neuen Anlagen sollen effizienter und insgesamt leiser arbeiten als die bisherigen. Vorgesehen ist zudem eine bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung, bei der die Hindernisbefeuerung nur bei Annäherung von Flugzeugen aktiviert wird. Nach Darstellung von Qualitas Energy würden sich außerdem die Abstände zu den Wohngebieten von Stockelsdorf vergrößern.
Geringere Belastung
trotz größerer Anlagen
Trotz dieser Zusagen stößt das Vorhaben in Stockelsdorf auf kritische Nachfragen und spürbare Verunsicherung in Teilen der Bevölkerung. Vor allem die deutlich größere Bauhöhe wirft Fragen hinsichtlich des Landschaftsbildes, möglicher Lärmbelastungen und der Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt auf.
Projektleiter Scheulen versuchte, diese Sorgen zu relativieren. Abgesehen von der Höhe der neuen Anlagen würden die Betroffenheiten insgesamt geringer ausfallen, erklärte er. Der Windpark werde insgesamt leiser werden. „Auch die Vorgaben für die Beschattung von maximal 30 Minuten am Tag werden eingehalten“, sagte Scheulen. Zudem würden Umwelt-, Natur- und Artenschutzbelange umfassend berücksichtigt.
Windkraft-Betreiber
wirbt um Zustimmung
der Gemeinde
Rechtlich wäre ein Repowering in der vorgestellten Form nur mit Zustimmung der kommunalen Gremien möglich. Erforderlich wäre eine Änderung oder Aufhebung des bestehenden Bebauungsplans. Die angrenzenden Gemeinden stehen dem Vorhaben grundsätzlich offen gegenüber. Durch die höhere Stromerzeugung könnten sich somit auch die Einnahmen der Kommunen deutlich erhöhen.
In der Gemeindevertretung Stockelsdorf wurde jedoch deutlich, dass der Weg zur Zustimmung noch weit ist. Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) betonte: „Es gibt keine Entscheidung. Qualitas Energy wirbt derzeit lediglich um Zustimmung.“ Helmut Neu (UWG) äußerte deutliche Skepsis: „Schon die bestehenden Anlagen wirken teilweise monströs, dieser Eindruck wird sich mit einem Höhen-