Daneben stehen stolze Eltern und Kameraden. Und Andreas Merk. Er lächelt, klatscht und beglückwünscht seine Schützlinge. Die Kinder- und Jugendarbeit bei der Feuerwehr ist nur eine der vielen Aufgaben des frisch gewählten Ortswehrführers.
Das sind die Aufgaben
eines Wehrführers
Sechs Jahre dauert die Amtszeit. Rückhalt hat Merk: „Ich wurde einstimmig von meinen Kameraden gewählt“, erzählt der 35-Jährige. Einen Gegenkandidaten brauchte es nicht – Merk hat sich in den vergangenen drei Jahren bereits als stellvertretender Wehrführer bewiesen. „Deshalb habe ich mir das auch zugetraut.“
Als Ortswehrführer trägt Merk nun die Hauptverantwortung für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Bad Schwartau-Rensefeld. „Die Aufgaben sind vielfältig.“ Dazu gehört weit mehr als das Ausrücken zu Bränden oder Hilfeleistungen. Personalführung, Ausbildung, Fahrzeug- und Gerätebeschaffung, Haushaltsplanung und Abstimmungen mit der Stadtverwaltung zählen zu seinen Aufgaben.
Quereinsteiger mit
Leidenschaft
Zur Feuerwehr kam Andreas Merk mit 21 Jahren. Als „Quereinsteiger“, wie er sagt, weil er zuvor nicht klassisch in der Jugendfeuerwehr war. In dieser Zeit arbeitete er im Bad Schwartauer Rathaus als Verwaltungsfachangestellter.
Ein Kollege, damals Gemeindewehrführer, hatte ihn eingeladen, einfach einmal vorbeizuschauen. „Ich bin beim ersten Dienst dann mit der Drehleiter auf 30 Meter Höhe gefahren, ab da war ich gefesselt“, erinnert sich Merk. Es folgten Grundausbildung, zahlreiche Lehrgänge, Ausbildung zum Oberbrandmeister, schließlich erst der Posten des Gruppenführers, dann der des stellvertretenden Wehrführers.
Hauptberuflich ist Merk jetzt mit einer 41-Stunden-Woche Polizist in Eutin. Und er ist Vater von zwei kleinen Kindern. Für das Feuerwehr-Ehrenamt sitzt er abends noch am Laptop, kümmert sich um Mails, Absprachen oder Planungen. An manchen Tagen stehen mehrere Feuerwehrtermine an: Besprechungen, Ausbildung, Nachwuchsarbeit. Und natürlich die Einsätze. Aber Merk stört das Pensum nicht. Im Gegenteil, er liebt es. Feuerwehr, Familie, Beruf – das sind seine „drei Hauptgewinne“, in denen er sich verwirklichen kann.
Ehrenamtliche werden dringend gesucht
Mit rund 300 bis 400 Einsätzen im Jahr gehört die Freiwillige Feuerwehr Bad Schwartau-Eine der größten Herausforderungen sieht der neue Wehrführer im Personalmangel. Rund 70 aktive Mitglieder zählt die Einsatzabteilung. Als Hauptwache – neben dem Standort Groß Parin – zu wenig für eine Stadt mit rund 20.000 Einwohnern. Selbst mit der Freiwilligen Feuerwehr Groß Parin. „Die Belastung verteilt sich aktuell auf zu wenige Schultern“, sagt Merk. Eines seiner größten Ziele ist daher die Mitgliedergewinnung: „Ich möchte die Bad Schwartauer vom schönsten Hobby der Welt überzeugen.“
„Im Zweifel“, sagt er, „gehe ich Klinken putzen.“ Was viele Menschen nicht wüssten: „Die Feuerwehr ist super vielfältig. Keiner muss in der ersten Reihe unter Atemschutz sein Leben aufs Spiel setzen.“ Auch Verwaltung, Ausbildung oder Nachwuchsarbeit seien wichtige Säulen der Feuerwehr. „Hier findet jeder seine Nische. Wir kriegen jeden unter.“