Sanierungen in Stockelsdorf:Tilsiter Straße genießt jetzt Priorität
Neue Rangfolge für Ausbau und Erneuerung der Gemeindestraßen – Fahrbahnen in Eckhorst und Arfrade müssen warten.

Die Straße Altes Ende in der Stockelsdorfer Dorfschaft Eckhorst soll seit Jahren ausgebaut und saniert werden. Nun wird das Vorhaben abermals geschoben.Foto: Sebastian Prey
Stockelsdorf. Straßen halten nicht ewig. In Abhängigkeit davon, wie sehr die Bahnen durch den Autoverkehr beansprucht werden, hält manche Straße länger, manche weniger lange. Und wenn dann noch ein Winter wie derzeit hinzukommt, beschleunigt das den Sanierungsbedarf.

Angesichts der aktuellen Finanzlage tut sich die Gemeinde Stockelsdorf allerdings schwer, das knapp 140 Kilometer lange Netz der Gemeindestraßen in Schuss zu halten. So bescheinigte die Bauverwaltung der Straße „Altes Ende“ in Eckhorst bereits 2019 „einen desolaten Zustand“. Damals lag die Straße an dritter Stelle der Prioritätenliste. In den vergangenen vier Jahren stand die Straße sogar ganz oben auf der Ausbau- und Sanierungsliste. Passiert ist nichts, und das wird vorerst auch so bleiben. Die Straße Altes Ende wird erst nach 2028 ausgebaut.

Im jüngsten Ausschuss für Umwelt, Planung, Bauen und öffentliche Sicherheit der Gemeinde Stockelsdorf wurde nämlich die Prioritätenliste neu geordnet. Ganz oben steht nun die Tilsiter Straße, gefolgt von der Straße Zum Brook in Arfrade und der Straße Altes Ende in Eckhorst. Hintergrund: Die Kosten für den Ausbau der knapp 700 Meter langen Straße in Eckhorst sind immens.

Die Kostenberechnung überschreitet die erste Schätzung, die noch bei 1,4 Millionen Euro lag, deutlich. Laut Ingenieurbüro werden sich die Kosten auf fast vier Millionen Euro erhöhen. Schließlich müssen gesetzliche Vorgaben wie eine Entwässerungsanlage, ein Niederschlagswasserkanal sowie ein Regenrückhaltebecken erfüllt werden. Allein für die letztere Maßnahme müsse mit zusätzlichen rund 900.000 Euro gerechnet werden.

Die Tilsiter Straße ist aus gutem Grund in der Prioritätenliste vorgerückt. Die vergangenen Winter haben in der Straße starke Schäden verursacht, die mit Kaltasphalt nur notdürftig saniert wurden. Laut Bauverwaltung werden dort die Schäden in den kommenden Jahren absehbar stärker und großflächiger werden. „Da die Straße auch von den Schulbussen hochfrequentiert befahren wird, ist eine Dringlichkeit gegeben“, hieß es in der Vorlage zur Sitzung.

Die Kosten für die Sanierung werden auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Allerdings könnte sich auch diese Summe noch deutlich erhöhen, denn die gesetzlichen Vorgaben zur Entwässerung sind in dieser Schätzung ebenfalls nicht berücksichtigt. Die Planungen für die Tilsiter Straße sollen in diesem Jahr konkretisiert und 2027 umgesetzt werden. Die Straße Zum Brook in Arfrade ist dann – nach aktuellem Stand – 2028 an der Reihe. sep
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