Die Kosten für diese Maßnahme waren zunächst mit rund 550.000 Euro veranschlagt, verbunden mit einer Sperrung der acht Umkleide- und vier Duschräume. Geplant war, die Arbeiten bis Ende März abzuschließen. Dieser Zeitplan kann jedoch nicht eingehalten werden. Das Sportzentrum wird voraussichtlich erst zu Beginn der Sommerferien wieder vollständig nutzbar sein.
Komplettsanierung des
Daches ist unumgänglich
Der Grund dafür ist ein zusätzlicher, bislang nicht erkannter Schaden am Dach. „Er wurde erst im Zuge der Bauarbeiten sichtbar. Beim Entfernen der Unterdecke in den Duschräumen wurde festgestellt, dass die Abdichtung nicht mehr intakt und die gesamte Dämmung durchfeuchtet ist“, erläutert Dirk Schmidt aus der Bauverwaltung. Eine Komplettsanierung des Daches ist deshalb unumgänglich. Die zusätzlichen Arbeiten schlagen voraussichtlich mit weiteren rund 100.000 Euro zu Buche.
Die Verzögerung stellt alle Beteiligten vor organisatorische Herausforderungen, denn die Sportanlage Jahnstraße ist stark frequentiert. An Spitzentagen nutzen bis zu 500 Sportlerinnen und Sportler das Gelände. Hauptnutzer sind die Leichtath-leten sowie insbesondere die Fußballer des ATSV Stockelsdorf. Hinzu kommen die Schülerinnen und Schüler der Gerhard-Hilgendorf-Schule, der SV Dissau in der Saison, zeitweise der VfB Lübeck sowie regelmäßig das DFB-Stützpunkttraining.
ATSV-Managerin Saskia Fischer zeigt Verständnis, auch wenn die Situation nicht einfach ist. „Die nun länger fehlenden Umkleiden und Duschmöglichkeiten haben wir bereits kommuniziert“, sagt sie. „Die Begeisterung hält sich natürlich in Grenzen. Da müssen wir nun durch. Bauen und Sanieren ohne Einschränkungen gibt es nun mal nicht.“
Sechs Container sollen Engpass abmildern
Um den Sportbetrieb während der Bauzeit aufrechtzuerhalten, werden vorübergehend Container als Umkleidekabinen aufgestellt. Insgesamt sind sechs Container vorgesehen, zwei davon stehen bereits auf dem Parkplatz der benachbarten ATSV-Sporthalle in der Georg-Ohm-Straße. Zusätzlich ist dort ein Sanitärcontainer geplant. Ergänzend können auch die Umkleide- und Duschmöglichkeiten in der Sporthalle genutzt werden. „Die Halle ist zwar durchgehend stark frequentiert, insbesondere durch die Handballer, aber dann müssen alle Abstriche machen und zusammenrücken“, sagt Fischer.
Die Bauarbeiten sind ohnehin alternativlos. Ziel ist es, eine dauerhaft hohe Trinkwasserhygiene sicherzustellen. Künftig kommen automatische Duschen mit Fernauslesefunktion zum Einsatz. Diese Technik dokumentiert Spülvorgänge automatisiert und macht eine manuelle Spülung sowie die bisher notwendige schriftliche Erfassung vor Ort überflüssig. Bauamtsleiter Ohm: „Nach Abschluss der Sanierung wird die Anlage den neuesten technischen Anforderungen entsprechen.“
Parallel zu den baulichen Maßnahmen wird in Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung der Gemeinde auch das WLAN-Netz im Sportheim ausgebaut. Bauamtsleiter Jan-Christian Ohm betont: „Die Aufträge werden zügig ausgeschrieben. Wir werden die Maßnahme so schnell es geht umsetzen, aber das hängt auch von den Kapazitäten der Firmen ab.“