Stockelsdorf investiertin Bauprojekte
Sanierungen und mehr für Feuerwehr, Schulen und Wohnungen.

Der Lübecker Bauverein hat in Stockelsdorf mit dem Wohnungsbau in Franzhörn, in Sichtweite des Feuerwehrhauses am Bohnrader Weg, begonnen.Foto: Sebastian Prey
Stockelsdorf. Nach vielen Jahren intensiver Planung steht die Gemeinde Stockelsdorf vor einem Wendepunkt. Im Jahr 2026 sollen zahlreiche Projekte in die Umsetzungsphase gehen und damit erstmals auch für die Öffentlichkeit sichtbar werden. „Wir haben so lange darauf hingearbeitet. Nun freue ich mich darauf, dass die Arbeit auch sichtbar wird“, sagt Bürgermeisterin Julia Samtleben. Schwerpunkte sind der Wohnungsbau, die Bildungsinfrastruktur sowie die Stärkung der Feuerwehr. Darüber hinaus sollen neue Impulse im Veranstaltungsbereich gesetzt werden.Spatenstich für 33
Wohnungen der Bauhütte

Bis Ende 2027 errichtet der Lübecker Bauverein in Franzhörn für rund 13 Millionen Euro 42 moderne Genossenschaftswohnungen. Parallel plant die Bauhütte Lübeck auf dem Gelände drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 33 Wohnungen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund elf Millionen Euro, der Baubeginn ist für 2026 vorgesehen, sobald neue Fördermittel zur Verfügung stehen.

Ein weiteres Wohnungsbauprojekt ist kurz vor dem Jahreswechsel an der Ahrensböker Straße gestartet. Der Lübecker Investor Marco Fibelkorn errichtet dort mit der Schmiede-
Projekt GmbH für etwa 20 Millionen Euro zehn Gebäude mit insgesamt 64 Eigentumswohnungen. Besonders ist dabei, dass die Gemeinde zwei Gebäudekomplexe für 5,6 Millionen Euro erwirbt, um 18 sozial geförderte Wohnungen anbieten zu können. Ergänzend plant die Gemeinde zwei weitere Gebäude an der an der Max-Hamerich-Straße mit insgesamt elf geförderten Wohnungen. Die Kosten liegen bei rund vier Millionen Euro, die Höhe der Förderung ist noch offen. Spatenstich soll dieses Jahr sein.

Die Grundschulen

werden erweitert

Auch im Bereich Bildung stehen große Investitionen an. Alle drei Stockelsdorfer Grundschulen sollen erweitert und zeitgemäß umgebaut werden. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf 34 Millionen Euro. Für alle drei Projekte wurden Förderanträge gestellt, eine Förderquote von bis zu 85 Prozent gilt als möglich. „Die Gelegenheit ist so günstig wie noch nie. Entsprechend haben wir gleich für alle drei Grundschulen Förderungen beantragt, auch wenn das Zeitfenster bis zur Fertigstellung 2029 eine große Herausforderung ist“, erklärt die Bürgermeisterin. Sollte die Förderung geringer ausfallen als erhofft, soll dieses Jahr zunächst mit den Bauarbeiten an der Erich-Kästner-Grundschule begonnen werden. „Sobald der Förderbescheid vorliegt, werden wir loslegen“, kündigt Samtleben an.

Spannend bleibt zudem die Entscheidung über den Bau einer neuen Kita mit rund 100 Plätzen am Bohnrader Weg. Die Bedarfsermittlung ist noch nicht abgeschlossen. Über das Projekt wird der Hauptausschuss im Frühjahr in einer Sondersitzung entscheiden.

Fahrzeuge und Häuser
für die Feuerwehren

Bei den Feuerwehren wird sich ebenfalls einiges tun. In Arfrade soll das Gebäude von 1977 durch einen Neubau ersetzt werden. In Eckhorst wird das bestehende Gerätehaus durch einen Anbau erweitert. Die Gesamtkosten werden bei circa fünf Millionen Euro liegen. Für beide Projekte gibt es jeweils ein Fördergeld von 600.000 Euro.

„Mit beiden Vorhaben müssen wir in 2026 starten, um die Förderzuschüsse am Ende auch zu bekommen“, sagt Samt-
leben. Für die Fertigstellung muss der Zeitrahmen bis 2028 eingehalten werden. In Curau bekommt die Feuerwehr zudem eine weitere Halle für rund 120.000 Euro.

Zwei neue Fahrzeuge werden bei den Feuerwehren Mori und Malkendorf in den Dienst gestellt. Ein neues MLF für rund 450.000 Euro bekommt die Wehr Malkendorf. Das Fahrzeug verfügt über eine Sonderausstattung für Moorrettungseinsätze. Die Wehr Mori bekommt für rund 750.000 Euro ein LF 20.

Löschparty, Ehrentag
und Weihnachtsdorf

Das ein oder andere Fest wird dieses Jahr ebenfalls gefeiert. Geplant ist ein Ehrentag, um Menschen, die im Ehrenamt aktiv sind, zu würdigen und Interessierte zum Mitmachen zu gewinnen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den 23. Mai zum ersten deutschlandweiten Mitmachtag ausgerufen.

„Der Termin ist nicht ganz günstig, weil er direkt an Pfingsten grenzt. Möglicherweise wählen wir ein anderes Datum für den Ehrentag“, so Julia Samtleben. Gefeiert wird auf alle Fälle am 18. September. Für dieses Datum lädt die Feuerwehr Mori, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, zum Tag der offenen Tür mit Löschparty ein. Zudem gibt es Pläne für die Wiederbelebung eines Weihnachtsdorfes im Advent. sep
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