Geschlossenes Museum mit Besucherplus
Jahresbilanz: Erfolg fürs Buddenbrookhaus mit Thomas-Mann-Ausstellung in St. Annen.

„Meine Zeit“: Die Thomas-Mann-Ausstellung zieht viele Besucher an. Weil das Buddenbrookhaus geschlossen ist, findet sie im St.-Annen-Museum statt.Foto: Agentur 54°
Lübeck. Die Besucherzahlen bei den Lübecker Museen sind stabil – und das, obwohl in diesem Jahr bis zu drei Häuser gleichzeitig geschlossen waren. Der Leitende Direktor der Lübecker Museen Tilmann von Stockhausen präsentierte die 2025er-Zahlen bis einschließlich Oktober jetzt im Kulturausschuss.

Größter Gewinner war demnach das Lübecker Buddenbrookhaus. Das Museum steigerte seine Besucherzahl um 60 Prozent, obwohl es wegen Umbaus geschlossen ist. Das liegt vor allem an der Ausstellung „Meine Zeit. Thomas Mann und die Demokratie“, die noch bis zum 18. Januar im St.-Annen-Museum zu sehen ist. Mit „Manns am Markt“ betreibt das Museum zudem eine Mini-Ausstellung mit Shop direkt am Rathaus. Auch die dortigen Verkaufserlöse gingen um 110 Prozent nach oben. Bei allen Museen zusammen waren es plus 14 Prozent.

In absoluten Zahlen liegt das Buddenbrookhaus mit 25.558 Besuchern in den ersten zehn Monaten des Jahres jedoch „nur“ auf Platz vier der städtischen Museen. Das Hansemuseum, das von der Possehl-Stiftung betrieben wird, ist in der Auflistung nicht enthalten.

Platz eins belegt das Holstentor mit 57.035 Besuchern. Auf Platz zwei folgt das Museumsquartier mit der Kunsthalle und dem St.-Annen-Museum. Dort waren 43.582 Menschen zu Gast. Dritter ist das Museum für Natur und Umwelt mit 31.310. Auf den weiteren Plätzen: Günter-Grass-Haus (17.036), Katharinenkirche (10.459), Industriemuseum (2299) und das größtenteils geschlossene Behnhaus/Drägerhaus (1353).

„Wir können zufrieden sein“, sagte Tilmann von Stockhausen zu den Zahlen. Dass diese trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabil geblieben seien, sei erfreulich. Besonders freue ihn die „großartige Wiedereröffnung“ des Behnhauses. Dieses ist nach jahrelanger Sanierung seit Anfang November wieder für das Publikum zugänglich. „Es ist sehr schön geworden“, sagt der Leitende Direktor.

Erfreut ist er auch über die gute Nachricht vom Günter-Grass-Haus. Eine 1,9-Millionen-Euro-Förderung des Bundes macht es möglich, dass der Nachlass des Literatur-Nobelpreisträgers aus dessen Haus in Behlendorf nach Lübeck kommt. Es handelt sich dabei um eine Bibliothek mit mehr als 5000 Bänden und um knapp 1000 Exponate des Grafikers, Bildhauers, Malers und Schriftstellers. All das soll Platz finden im Günter-Grass-Haus, das dafür umgebaut wird. HVS
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