Dass der Schüler Sprachdefizite hatte, führte immer wieder zu Konflikten. Um ihm den Alltag zu erleichtern, hat Maren Barnekow-Kalina das erste Mal auf Bilder gesetzt. Sie hat Piktogramme ausgedruckt, sie laminiert und dem Kind jeweils gezeigt. „So wusste er, dass wir jetzt auf die Toilette gehen oder nach draußen“, sagt sie. Die Erfolge hat sie sofort gesehen und gespürt: Nicht nur der Schüler, sondern auch sie selbst war dadurch sicherer und entspannter.
Dutzende Kinder, die in der Schule am Papenmoor betreut werden, können sich nicht oder schwer verständigen. Sie haben eine Sprachbehinderung oder stammen aus Familien, in denen bisher kein Deutsch gesprochen wurde. „Auf dem Spielplatz führt das auf beiden Seiten oft zu Frustrationen“, sagt Fin-Torge Wriedt, der den Bereich „Angebot in der Schule“ leitet. „Und es kann auch Aggressionen auslösen, wenn sich jemand unverstanden fühlt oder den anderen nicht versteht“, ergänzt Maren Barnekow-Kalina.
Durch das Zeigen auf Bilder können die Kinder mit sprachlichen Defiziten ihre Bedürfnisse äußern und gleichzeitig ihren Wortschatz ausbauen. Dabei geht es um Dinge wie Basketball spielen, rutschen oder schaukeln. Aber auch die Zeichen für „Danke“, „Entschuldigung“ tauchen auf der Tafel auf, außerdem Äußerungen wie „Aua“, „Lustig“ oder „Doof“.