Sprachlos auf dem Spielplatz:
Bild-Tafeln sollen helfen
Dank Piktogrammen können sich Kinder mit Beeinträchtigung verständigen – Lebenshilfe ist auf Spenden angewiesen

Florian (14), Jan (9) und Emmy (7) dürfen die Bildertafel im Kleinen testen. Mithilfe der Spenden soll sie schon bald in Groß auf dem Spielplatz der Lebenshilfe in Bad Schwartau stehen.Foto: Maike Wegner
bad schwartau. Es ist ein regnerischer Vormittag und Jan deutet mit seinem Finger auf ein Bild mit einem Karussell. Das Wetter macht dem Neunjährigen nichts aus, er würde trotzdem gerne auf den Spielplatz und teilt das Maren Barnekow-Kalina mit. Soll das Karussell schnell oder langsam drehen, fragt sie den Jungen, und er deutet erneut auf ein Piktogramm. Die perfekte Kommunikation – auch wenn der Neunjährige sich nicht mit Sprache ausdrücken kann. Die Fachkraft für unterstützende Kommunikation weiß, wie viel Unsicherheiten auftreten, wenn Kinder oder Jugendliche sich sprachlich nur schwer ausdrücken können. „Ich war selbst mal Schulbegleiterin und habe ein autistisches Kind betreut“, erzählt sie.

Dass der Schüler Sprachdefizite hatte, führte immer wieder zu Konflikten. Um ihm den Alltag zu erleichtern, hat Maren Barnekow-Kalina das erste Mal auf Bilder gesetzt. Sie hat Piktogramme ausgedruckt, sie laminiert und dem Kind jeweils gezeigt. „So wusste er, dass wir jetzt auf die Toilette gehen oder nach draußen“, sagt sie. Die Erfolge hat sie sofort gesehen und gespürt: Nicht nur der Schüler, sondern auch sie selbst war dadurch sicherer und entspannter.

Dutzende Kinder, die in der Schule am Papenmoor betreut werden, können sich nicht oder schwer verständigen. Sie haben eine Sprachbehinderung oder stammen aus Familien, in denen bisher kein Deutsch gesprochen wurde. „Auf dem Spielplatz führt das auf beiden Seiten oft zu Frustrationen“, sagt Fin-Torge Wriedt, der den Bereich „Angebot in der Schule“ leitet. „Und es kann auch Aggressionen auslösen, wenn sich jemand unverstanden fühlt oder den anderen nicht versteht“, ergänzt Maren Barnekow-Kalina.

Durch das Zeigen auf Bilder können die Kinder mit sprachlichen Defiziten ihre Bedürfnisse äußern und gleichzeitig ihren Wortschatz ausbauen. Dabei geht es um Dinge wie Basketball spielen, rutschen oder schaukeln. Aber auch die Zeichen für „Danke“, „Entschuldigung“ tauchen auf der Tafel auf, außerdem Äußerungen wie „Aua“, „Lustig“ oder „Doof“. MWE
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