„Es wurde gezielt nach hochwertigen Sätteln, Trensen, Steigbügel, Gurten und Stiefel gesucht“, sagt Stefanie Rösner-Hübner, die den Hof in der abgelegenen Ortschaft Rohlsdorfer Beek gemeinsam mit ihrer Familie und einigen Angestellten betreibt. Zugang verschafften sich die Unbekannten über einen Hintereingang des Stalls. Die Flucht traten sie über einen steilen Hang an, das belegen die Spuren. „Auf einer angrenzenden Ackerfläche in der Nähe eines Knicks fand ein Angestellter des Reiterhofes einen Steigbügel“, bestätigt Polizeisprecherin Svenja Pries. „Möglicherweise haben die unbekannten Tatverdächtigen das Stehlgut dort in ein Fahrzeug verladen.“
Insgesamt zehn Sättel von teuren Marken wie Prestige, Selleria Equip, Sommer sowie Jorge Canaves wurden entwendet, dazu Zubehör wie Sattelgurte oder Steigbügel. Besonders bizarr: Auch Bananen, die für die Tiere dort lagerten, nahmen sie mit. Immerhin: Den Pferden ist nichts passiert.
Der Reitstall in Ratekau ist nicht das einzige Opfer. Bereits in der Nacht auf den 20. November wurde in den Ponystall des Reiterhofs Loop (Kreis Rendsburg-Eckernförde) eingebrochen. „Sie haben alles aus den Schränken gerissen, aber nichts mitgenommen“, sagt Betreiberin Gunda Reese. „Die Sättel waren wohl nicht hochwertig genug.“ Im Anschluss an die Tat knackten dieselben Täter ein Fahrzeug in der Nähe und stahlen Werkzeug daraus.
Größer ist der Schaden in Nehmten (Kreis Plön), wo es in der Nacht zum 18. November zu einem Einbruch in die Sattelkammer kam. „Es wurden hochwertige Reitutensilien entwendet“, sagt Mathias Stöwer, Sprecher der Polizeidirektion Kiel. Der Schaden wird auf 20.000 Euro geschätzt, ein Zusammenhang zwischen den drei Taten werde jetzt geprüft.
Im Fokus der Ermittler sind dabei auch Onlineplattformen, auf denen die Sättel möglicherweise angeboten werden. „Ich vermute aber, dass viel von dem Diebesgut nach Polen geht“, sagt Hofbetreiberin Stefanie Rösner-Hübner. Die Familie will den Hof jetzt stärker sichern, damit sich die Reiter wieder sicher fühlen. „Das Gefühl vieler ist mulmig. Im Dunkeln sind viele gerade nicht gern allein im Stall.“
Hinzu kommt, dass einige von ihnen keinerlei Equipment mehr haben, weil alles gestohlen wurde. Auf dem Schaden bleiben die Tierbesitzer selbst sitzen, sofern das Zubehör nicht über eine Versicherung abgedeckt ist. Wer versichert ist, sollte Fotos bei der Anschaffung machen, rät Polizeisprecherin Pries. So ist eine Abwicklung im Falle eines Diebstahls leichter. Sie rät außerdem – wie bei allen wertvollen Gegenständen – Sättel für den Fall des Diebstahls zu sichern. „Ein mobiles Ortungsgerät wie ein Airtag kann beispielsweise helfen“, sagt sie..